Ein Teenie-Mädchen sitzt vor einem Sportplatz. Quelle: Pixabay

Dich hat das Reisefieber gepackt, doch Du bist noch in der Schule? Absolut kein Problem! Als ich begann, alleine die Welt zu bereisen, war ich gerade einmal 15 Jahre alt und hatte ebenso Startschwierigkeiten wie Du vielleicht jetzt. Ich hatte mit vielen typischen Anfängerproblemen zu kämpfen, für die ich nach und nach Lösungen gefunden habe, die mir mein Leben massiv erleichtert haben. Glücklicherweise ist mit mehr als zwei Monaten Schulferien schon einmal die Zeit auf Deiner Seite; also geht es nur noch um die finanzielle Geschichte. Doch keine Panik: auch als Schüler*in gibt es unzählige Wege, kostengünstig und weit auf einem schmalen Taler zu reisen – auch, wenn viele behaupten, dass das nicht ginge. Und ob das geht! Welche Möglichkeiten Du hast, habe ich Dir in diesem Artikel zusammengestellt.

1. Sichere Dir einen Nebenjob

Um als Schüler*in reisen zu können, brauchst Du in jedem Falle einen Nebenjob. Dein Taschengeld reicht zwar sicher für einen Abstecher in andere deutsche Städte, doch um öfter und weiter zu reisen, brauchst Du ein regelmäßiges Einkommen. Das simpelste was du machen kannst, ist Nachhilfe geben – das habe auch ich als Schülerin gemacht. Außerdem kannst Du versuchen an einfach Tätigkeiten wie im Einzelhandel oder in der Gastronomie zu kommen, denn eine Stelle als Kassier*in oder bei McDonalds ist wirklich ganz leicht zu bekommen. Das Wichtigste hierbei: Du musst tatsächlich regelmäßig hingehen und Dein monatliches Arbeitspensum durchziehen – auch, wenn es schwer fällt. Wer Schule gewohnt ist, der wird vermutlich erst einmal staunen, wie lange eine einzige Stunde sein kann und wie lange es generell dauert, 100 Euro verdient zu haben; doch wenn Du erst einmal drin bist, ist das alles ein Klacks!

2. Reise allein anstatt ewig zu warten

Was mir zu Anfang besonders schwer fiel war, alleine zu reisen. Mit 15 Jahren war ich noch sehr jung und wusste nicht genau, wie ich mit mir allein auskommen sollte, daher habe ich es oft vermieden, alleine zu reisen und bin stattdessen Zuhause geblieben. Und glaube mir, das war eine Sache, die eindeutig in die Rubrik Du bereust nur das, was Du nicht getan hast fällt. Wie viele Reisen ich hätte machen können, wenn ich doch nur allein gereist wäre! Ich war zwar nie die einzige Reiselustige unter meinen Freunden, doch hatte nie jemand Geld, um auch nur ein Regionalticket zu kaufen und in eine andere deutsche Stadt zu fahren. Alle wollten alles haben, doch nichts dafür tun, weswegen ich bis zum heutigen Jahr an einer Hand abzählen kann, mit wie vielen Freunden*innen ich gereist bin. In 13 Jahren Reisekarriere komme ich auf ganze fünf Reisen mit Freunden*innen, was nicht gerade viel ist. Somit wird klar: wenn Du wartest, dass jemand Deine Träume mit Dir lebt, wirst Du für die Ewigkeit warten und am Ende realisieren, dass Du alles verpasst hast. Scheue Dich nicht davor, allein zu reisen oder suche Dir eine*n Reisepartner*in über Facebook. Aber bleib ganz sicher nicht Zuhause, weil die anderen das auch tun!

Ein Mädchen wartet auf den Zug. Quelle: PixabayAlleine reisen? Lass Dich davon nicht abschrecken. Es ist besser, etwas allein zu tun, als es nie zu tun, weil keiner mit möchte!

3. Reise bevorzugt in der Low Season

Vermutlich wirst Du wie fast jeder andere Mensch darauf aus sein, im Sommer zu reisen, was auch durchaus verständlich ist: super Wetter (meistens), fröhliche Stimmung und vor allem lange Schulferien. In sechs Wochen kann so einiges besichtigt werden und irgendwie ist im Sommer alles besser. Doch ist die Zeit der Sommerferien auch zugleich die teuerste und begehrteste Reisezeit, da nun einmal alle frei haben und überall hinreisen wollen. Du wirst vermutlich trotzdem im Sommer reisen, doch kannst Du Dich auch auf die Low Seasons konzentrieren, die im Frühling, Herbst und Winter liegen. Wer zum Beispiel im Dezember statt im Juli nach Amsterdam fährt, kann eine ganze Menge sparen! Und wer sich 1.000 bis 1.500 Euro zusammengespart hat, der kann auch in ein Land fliegen, wo während unseres Winters Sommer ist: nach Laos oder Kambodscha zum Beispiel. Diese Länder sind nicht nur super günstig (vor allem mit Schüler*innenflugtarif), sondern auch in zwei Wochen komplett bereisbar!

Tipp: Bitte achte darauf, dass es bestimmte Regeln gibt, wenn Du minderjährig bist und einen internationalen Flug antreten willst. Informiere Dich über Deine Möglichkeiten und vergiss nicht, dass alles möglich ist!

4. Buche im voraus anstatt auf die letzte Minute

Natürlich gibt es nichts Schöneres, als spontan den Rucksack zu packen und einfach irgendwohin zu fahren. Für ein langes Wochenende oder einen Tag abhauen – jede Option ist irgendwie reizend! Prinzipiell spricht auch nichts dagegen, solange Du das in Deutschland machst, denn Regionaltickets, Busfahrten oder Mitfahrgelegenheiten ermöglichen Dir auch kurz vor knapp eine preislich akzeptable Reise. Doch geht es über Hunderte Kilometer durch Deutschland oder über die Landesgrenzen hinaus, kann es schnell sehr teuer werden, wenn Du spontan losziehst. Um Deinen Geldbeutel zu schonen, wäre es daher ratsam, wenn Du alles ein wenig vorausplanst. Wer in der Lage ist, zwölf bis sechs Monate vor Abreise zu planen, wohin er möchte, der wird die günstigsten Preise für Flüge und Unterkünfte abgreifen können. Wer dennoch nicht planen möchte, der kann auf Last-Minute-Angebote setzen, die aber nicht immer und nicht für alle Wunschziele funktionieren. Doch wenn Dir egal ist, wo Du morgen spontan hin fliegst, hat Ryanair sicher etwas für Dich dabei!

Ein Reisepass in einer Hosentasche. Quelle: PixabayMit ein bisschen Planung sparst Du Bares und kannst Dich im Vorfeld auf Deine nächste Reise freuen!

5. Wähle Hostels, Selbstverpflegung und Konsumreduzierung

Natürlich ist es verlockend, auf Reisen jeden Tag essen zu gehen, in fancy Hotels zu schlafen oder shoppen zu gehen, doch glaube mir: Du brauchst nichts von alledem. Die teuren Hotelzimmer siehst Du nur zum Schlafen, weil Du den ganzen Tag Sightseeing machst, und wenn Du jeden Tag essen gehst oder permanent Shopping betreibst, wird aus Deiner Reise ein Urlaub, der sündhaft teuer werden kann. Du reist doch bestimmt auch, um die Welt zu sehen, oder? Dafür brauchst Du keine alltägliche Sonderbehandlung, sondern nur Deine Füße und eine Kamera. Lebe vor Ort wie die Locals, schlafe in Budget-Unterkünften und koche selbst, denn dann kannst Du nichts falsch machen und sparst eine Menge Geld! Das soll natürlich nicht heißen, dass Du Dir gar nichts gönnen kannst, doch kannst Du am längsten und am weitesten reisen, wenn Du Deine Cents beisammenhast, anstatt sie überschwänglich in die Welt hinauszuwerfen. Denn was weg ist, ist weg, und wie lange es dauert, bis Du wieder 100 Euro verdient hast, weißt Du spätestens dann, wenn Du sechs Stunden auf Schicht im Einzelhandel oder in der Gastronomie warst

6. Nutze Schüler*innenrabatte und Sonderaktionen

Als Schüler*in hast Du den glorreichen Vorteil, dass Du Schülerrabatt bekommen kannst. Hierbei kannst Du in erster Linie auf Anbieter wie STA Travel setzen, die Dir Flüge zum Schüler*innentarif anbieten können. Hier kann so kräftig gespart werden, dass Du mit 1.000 Euro schon eine komplette Fernreise finanzieren kannst, die im besten Fall sogar noch vier Wochen dauert. Auch bieten einige Reiseportale und Hostels spezielle Preise an, weswegen sich eine Recherche in jedem Falle lohnt. Dasselbe gilt für Interrail-Tickets in Europa oder Aktionstickets der Deutschen Bahn, die nicht immer Schüler*innenrabatt anbieten, aber zumindest ihre Aktionen heraushauen, was dennoch rentabel sein kann. Zwar kostet ein ICE-Ticket für einen Monat im Sommer über 300 Euro, doch bedenke, wie weit und wie viel Du damit in 30 Tagen reisen kannst! Perfekt, um schnell und günstig durch Deutschland zu kommen, denn selbst wenn Du mit Sparpreisen rechnest, hast Du die 300 Euro wieder richtig schnell drin! Also Augen auf: Du findest ganz sicher Dein Wunschangebot!

Eine Gruppe kocht zusammen. Quelle: PixabayKochen mit Backpacker*innen im Hostel oder mit Einheimischen ist nicht nur cooler, sondern spart Dir Bares!

7. Mache einen Schüler*innenaustausch

Deine Schule bietet einen Schüler*innenaustausch oder Projekte im Ausland an? Genial! Nimm diese Möglichkeit auf jeden Fall in Anspruch – egal, wohin es geht! Vielleicht klingt es zunächst langweilig, ein halbes Jahr in Slowenien oder in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Wyoming zu leben, doch kannst Du Dir sicher sein, dass das besser ist, als Zuhause zu bleiben! Die Erfahrungen, die Du auch in vermeintlich langweiligen Orten machen kannst, sind unbezahlbar. Außerdem kannst Du einen anderen Teil der Erde kennenlernen, was sicherlich auch Dein Ziel sein dürfte. Darum bewerbe Dich auf alle Auslandsangebote und spreche mit Deinen Eltern, damit sie Dich unterstützen können, falls Dein Geld vom Nebenjob nicht ausreicht, diesen Traum wahrzumachen. Es wird in jedem Falle der Hammer!

8. Nimm an einer Sprachreise teil

Als ich 19 Jahre alt war, bin ich für zwei Wochen nach New York City gereist, um dort einem Sprachkurs beizuwohnen, der wahrhaftig in Manhattan, genauer gesagt im Empire State Building stattfand und einen traumhaften Ausblick über die Stadt bot. Der Sprachkurs fand mit anderen Leuten in meinem Alter aus aller Welt statt, was schon allein den Kurs selbst zu einem Abenteuer machte. Doch ich traf nicht nur viele tolle Leute, ich hatte auch Zeit, die Stadt zu erkunden und einiges von meiner Bucketlist mitzunehmen. Sprachreisen sind zwar nicht unbedingt für den schmalen Taler geeignet, doch vielleicht erbarmen sich Deine Eltern, Dir eine solche Reise zu finanzieren, weil Du dabei ja auch etwas lernst. Du kannst dabei entweder auf bereits gelernte Sprachen wie Englisch oder Französisch setzen, oder gar etwas Neues wie beispielsweise Spanisch ausprobieren. Doch eines ist klar: wenn Du eine Sprachreise machst, kannst Du Dir die exklusivsten Ziele der Erde aussuchen. Eine Win-Win-Situation!

Zwei Mädchen formen ein Herz vor einem Canyon. Quelle: PixabayGemeinsam mit Deinen Mitschülerinnen auf Abenteuerkurs: ein Schüler*innenaustausch ist eine wunderbare Möglichkeit!

9. Absolviere Pflichtpraktika in einer anderen Stadt

Wenn Du in der neunten oder zehnten Klasse ein Praktikum absolvieren musst, kannst Du Dich theoretisch auch in einer anderen Stadt bewerben. Ein Praktikum in einer anderen Stadt in Deutschland zu machen, ist in der Regel kein Problem und wer für die zwei oder drei Wochen eine Unterkunft oder gar ein Zimmer zur Zwischenmiete beziehen kann, der hat gleichzeitig noch eine schöne Gelegenheit, fremde Orte kennenzulernen. Auch kannst Du theoretisch ein Praktikum im Ausland absolvieren, denn zwei bis drei Wochen woanders zu leben, zu arbeiten und dabei noch zu reisen, ist doch irgendwie eine geile Kombination, oder? Doch beachte, dass Du bei einem Pflichtpraktikum im Ausland mehr zu organisieren hast als vor Ort in Deutschland und dass Du meistens Englisch sprechen musst – es sei denn, Du bist bei einer deutschen Firma. Hier in London gibt es beispielsweise viele deutsche Firmen, die Praktikanten*innen mit Kusshand nehmen.

 

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Hinweis: Alle Bilder dieses Artikels stammen von Pixabay.

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