Ein Kronleuchter am Baum der Outdoor-Area der Ipse in Berlin.

“In Berlin zu leben ist wie auf einer Insel. Es ist so ganz anders als im Rest von Deutschland, doch ist das den Bewohnern oftmals nicht sonderlich bewusst.“ Dieses Zitat stammt von einem meiner Universitätsprofessoren – wie Recht er damit doch hat! Berlin war schon immer anders und bekannt für verrückte Menschen, verrückte Orte und grenzenlose Freiheit mit ebenso grenzenloser Eskalation. Berlin ist nicht nur meine Heimat und die Hauptstadt Deutschlands, sondern eben auch die Hauptstadt des Techno. Techno gehört zu Berlin wie das Baguette zu Frankreich oder die Pubs zu Großbritannien – es ist das, was Berlin ausmacht und was Berlin nach dem Mauerfall geprägt hat. Unsere Clubs haben eine lange Tradition und haben bis ans Ende der Welt Berühmtheit erlangt, was vor allem an folgenden Faktoren liegt: die Partys gehen mindestens drei Tage nonstop, die Partyszene ist laissez-fair, sodass jeder machen und aussehen kann wie er will; außerdem geht es um die einzigartigen Erscheinungsbilder der Clubs, welche oftmals liebevoll mit Holzelementen und Sperrmüll zusammengezimmert wurden; weswegen ich oft von Bretterbudenromantik spreche. Die muntere Partyszene ist mitunter ein Grund, warum mir jeder zweite Backpacker mitteilen muss, dass er mich für krass hält, weil ich aus Berlin komme, denn angeblich habe ich aufgrund dessen schon alles gesehen, alles gemacht und keine Party ausgelassen. Und was kann ich mit meinen fast 30 Jahren anderes entgegnen als achselzuckend zuzustimmen? In diesem Artikel stelle ich Dir die legendärsten und besten Orte für Deine Berliner Tage außerhalb der Zeit vor: hier kommt Dein Partyguide!

Die Geschichte des Berliner Techno

Die Einzigartigkeit der Berliner Clubs speist sich aus ihrer Vergangenheit und ganz besonders aus den Folgen des Mauerfalls von 1989. Nach der Wende standen viele Industriehallen und Häuser im eher verfallenen Ostberlin leer, da diese oft keine geklärten Besitzverhältnisse hatten und somit für Künstler*innen und Freigeister der ideale Nährboden für die Entfaltung kreativer Ideen waren. So entstanden die ersten Technoclubs in Berlin, von denen unter anderem der Planet, das E-Werk und der Tresor bekannt wurden. Der Tresor (von Einheimischen kurz Tresen genannt) gibt es bis heute. Der eingängige Berliner Clubsound wurde damals durch die Aufbruchsstimmung der Berliner*innen geprägt, da nach dem Mauerfall nun eine völlig neue Zukunft angebrochen war, dessen Richtung selbst definiert werden konnte. Doch nicht nur die Musikrichtung war neu, auch das Aussehen der Clubs: es wurde einfach alles verbaut, was vor Ort gefunden wurde und noch brauchbar war.

Niemand brauchte Schnickschnack und Eleganz, es wurde improvisiert und diese Improvisation wurde sogar zum Stil, der heute als Vintage bekannt und in der Mittelschicht sehr beliebt ist. Abgeranzte Polstersofas, verschlissene Ledercouches, olle Holztischchen, Omas Fransenlampe, alte Kinositze und vor allem Holzbretter und gut in Szene gesetzter Sperrmüll prägen die Looks der Clubs bis heute. Ich habe in den Berliner Clubs eigentlich schon alles gesehen: ein Feuerwehrauto, einen alten Van, eine zur Disko umgebaute Telefonzelle (auch bekannt als Teledisko), Klaviere, Baumhäuser, Teiche, Schaukeln, Gärten, ganze DDR-Wohnzimmer und Küchen und vieles mehr. Es gibt Unisex-Toiletten, klein Spätis für den Grundbedarf und auch immer etwas zu Essen.

Die Philosophie des Feierns in Berlin

Doch nicht nur die Einrichtung gibt den Clubs ihr besonderes Flair, es ist außerdem die nicht vorhandene Sperrstunde, was Feiern ohne Grenzen bedeutet. So wurden aus regulären Partynächten ganze Tage, die es auch noch heute gibt: der reguläre Berliner kommt um 1:00 im Club an und bleibt mindestens bis zum Mittag. Bereits in den 1990ern entwickelten sich die ersten Afterhour-Clubs wie der Walfisch oder das Exit. Da es in den Clubs von Beginn an um Freiheit in jeder Hinsicht ging, gab es neben ausschweifendem und öffentlichen Drogenkonsum (den es bis heute gibt) natürlich auch Clubs für die sexuelle Freizügigkeit, wie zum Beispiel beim KitKat-Club (kurz Kitty), der sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Berlin empfing 1989 auch zum ersten Mal die Loveparade und unterhielt seit 1997 die Fuckparade (das Gegenstück für Hardcore-, Hardstyle- und Industrial-Fans), welche weiterhin dazu beitrugen, dass Berlin das Image der Technohauptstadt behielt. Heute gibt es zwar keine Loveparade mehr, dafür wird die Fuckparade vom Zug der Liebe unterstützt, welcher eine Demonstration für mehr Liebe, Mitgefühl und Frieden in der Welt ist.

Neben den lockeren und sehr alternativen Gegebenheiten war schnell klar, dass die Berliner Techno- und Feierszene weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sein wird. Die Leute kleiden sich mit verrückten Zirkusoutfits, tragen unkonventionelle Accessoires und kommen mit einer ganzen Palette an Feierspielzeugen daher: es gibt Seifenblasen, Glitzer, Spielzeug-Windräder, Einhornplüschtiere und oft auch die für die Szene der elektronischen Musik bekannten Feierstöcke, wie ich sie immer genannt habe: ein Regen- oder Sonnenschirm wird mit einem Teleskop- oder Holzstock erweitert und dieser dann mit Lichterketten, Stoffen, Plüschtieren, Kettchen oder anderen Accessoires behangen. Einmal habe ich sogar einen Typen getroffen, der ein Wählscheibentelefon angebracht hatte, von dem die Druffis bis ins nächste Universum telefonierten – mitten auf der Tanzfläche! Denn diese Feierstöcke gehören auf den Dancefloor: er wird stilvoll im Takt des krachenden Basses in den Himmel gestemmt. Natürlich sind Drogen in den Berliner Clubs so gewöhnlich wie Leitungswasser und auf den Toiletten, in den Baumhäusern oder anderen Verstecken wird munter geballert, doch geht es hier nicht um sinnloses Ballern, sondern eine spirituelle Reise mit der Suche nach sich selbst. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, aber die meisten Leute haben ein ganz normales, geregeltes Leben. Doch wer zur Tür hereinkommt, legt den Alltag einfach ab – und das Beste daran ist, dass Du einfach abgehen kannst, wie Du Lust und Laune hast. Niemand wird Dich schief ansehen oder anpöbeln und sogar die Türsteher interessiert absolut gar nichts. Die kommen lediglich ein paar wenige Male bis zum Morgengrauen durch den Club und wecken die Eingeschlafenen. Alles in allem ist diese Art des Feierns in Berlin ist alles in allem vielen Leuten in anderen Ländern total fremd. Verständlicherweise!

Von Abrissschuppen, Paralleluniversen und abgefahrenen Bars

Ich stelle Dir nun im Folgenden die aufregendsten Berliner Clubs vor, die Du nicht verpassen solltest. Ich unterteile die Clublandschaft gern in Abrisstechno- und Liebestechnoclubs. Dies ist damit zu erklären, dass die Abrissschuppen meist Clubs in alten Lagerhallen oder alten Ziegelhäusern sind, welche kein Tageslicht hereinlassen, zappenduster sind und härteren Techno spielen. Die Liebestechnoclubs dagegen haben meist Indoor- und Outdoorflächen und sind oft sonnendurchflutet und wie ein Paralleluniversum. Die Musik ist zwar auch Techno, der jedoch in den Varianten hart, mild und soft gespielt wird – je nach Tageszeit und je nach Bühne. Ein Abrisstechnoclub wäre das Berghain, ein Liebestechnoclub das Sisyphos.

Sisyphos, Rummelsburg

Das Sisyphos war bis zur Ablösung durch die Magda 2014 mein absoluter Lieblingsclub. Weit hinter dem Ostkreuz gelegen und zu Fuß oder mit einem kleinen Shuttlebus zu erreichen, war es jahrelang stets das beste Paralleluniversum der Stadt. Dies liegt zum einen an der Lage, denn Rummelsburg ist so weit ab vom Schuss und so unbeliebt bei Investoren, dass es nie von Gentrifizierung betroffen war. Jahrelang operierte der Club illegal und unbeobachtet bis die Behörden schließlich aufmerksam wurden; doch die einzige Auflage waren damals, richtige Toiletten einzubauen. Zum anderen war und ist das Sisyphos, welches über die Jahre mehrmals umgebaut wurde, immer ein zauberhafter Ort mit verrückten Zirkusmenschen und einzigartiger Kulisse gewesen. Es gibt eine Indoor- und Outdoorfläche und je nach Jahreszeit bis zu vier Dancefloors. Gechillt wird draußen im Garten oder in der Chilloutarea. Hier standen auch lange Zeit das Feuerwehrauto, der Van, der Späti und die Teledisko; außerdem fanden sich hier neben den üblichen Bretterverschlägen und in Szene gesetztem Sperrmüll die Baumhäuser und kleinen Verstecke, die den Club zu einem wahren Spielplatz für Erwachsene machen. Wer lieber das Gelände erkundet anstatt zu tanzen, der kann sich damit die ganze Nacht beschäftigen! Auch die DJs können sich sehen lassen: über die Jahre ist schon so manch einer durch das Sisy ganz groß geworden.

Ritter Butzke, Kreuzberg

Im Ritter war ich zwar nicht so oft wie im Sisy, aber wenn ich dann dort war, waren die Partys immer legendär. Auch dieser Club nahe des Moritzplatzes hatte damals illegal in einer früheren Fabrik begonnen und mauserte sich zu einem Meilenstein des Berliner Nachtlebens. Es gibt drei Tanzflächen, von denen eine ein Wintergarten ist und welche alle liebevoll eingerichtet und dekoriert sind: neben der üblichen Holzverkleidung dominieren vor allem Omas Fransenlampen, farbige Lichter und Liebe zum Detail die Räumlichkeiten. Die Dekoration ist mir von Anfang an aufgefallen, da diese hier immer im Wandel war. Mal gab es von der Decke hängende Regenschirme, mal Efeuranken, mal Lichterketten oder anderes. Auch hier kannst Du die ganze Nacht herumschleichen und alles erkunden, jedoch steht hier das Tanzen im Vordergrund.

Salon zur Wilden Renate, Treptow

Die Renate ist ein ehemaliges Wohnhaus an der Spree, welches ziemlich direkt am S-Bahnhof Treptower Park gelegen ist. Hier legen verschiedene DJs in den ehemaligen Wohnungen auf, doch Du kannst im ganzen Haus herumirren und schauen, was sich in welchem Raum befindet. Über mehrere Etagen sind Bars, Chillout-Areas mit Betten und kleinen Verstecken und Tanzflächen verbaut. Fenster lassen mal Licht herein, mal sind sie abgeklebt. Auch die Renate kommt mit verwunschener und fantastischer Dekoration daher, welche sich stets ändert und dem Club seine Individualität gibt. Auch kannst Du draußen sitzen, denn es gibt einen liebevoll eingerichteten Garten, in dem zeitweise sogar mal ein kleines Fischerboot lag. Die Renate bietet darüber hinaus ein vielseitiges Musikprogramm, denn sie variiert von Techno über Deep House bishin zu Minimal – ein Angebot, welches so nicht immer in Berlin auffindbar ist, da die Clubs sich meist auf eine Richtung festgelegt haben.

Kater Blau, Friedrichshain

Der Kater ist die Fusionierung aus dem Kater Holzig und der legendären Bar 25, welche 2010 der Gentrifizierung zum Opfer fiel und mit Polizeieinsätzen geräumt werden musste. Die Bilder der Verhaftungen und der weinenden Menschen sind sicher einzigartig in Deutschland, doch wer einmal in Berlin feiern war der weiß: Feiern ist keine Freizeit in dieser Stadt. Der Kater begann mit dem Bretterbudenverschlag auf der Holzmarktstraße an der Spree nahe der Jannowitzbrücke, zog dann ans gegenüberliegende Ufer in ein altes Industriehaus und befindet sich nun wieder auf der Seite der ehemaligen Bar25. Früher war der Kater für ausschweifende Partys bekannt, welche oft mit Konfettikanonen, Glitzerregen, Schlammkämpfen oder Schaumtänzen kombiniert wurden. Da die Bar25 der ultimativste und abgefahrenste Club in Berlin war, zieht der Kater heute immer noch nach. Auf dem Gelände der Fantasiewelt für Erwachsene gibt es inzwischen auch ein Restaurant, Bars mit Gemüsebeeten und Sitzgelegenheiten am Ufer, sodass es hier heute weit mehr zu bestaunen gibt als Techno. Auch hier besticht der Club mit vielseitiger und wandelbarer Deko, Fotoautomaten, der geliebten Bretterbudenromantik und einem variablen Musikstil je nach Party und Tag.

Suicide Circus, Friedrichshain

Das Suicide befindet sich auf dem sogenannten Technostrich Revaler Straße, von dem heute leider aufgrund der Gentrifizierung nicht mehr viel übrig ist. Hier hatten sich einst verschiedene Clubs in leeren Gebäuden angesiedelt, die bis zum alten RAW-Gelände an der Warschauer Straße führten, wo sich auch das Suicide befindet. Auch heute noch geht es dort wild zu, doch hat sich die Lage über die Jahre eher entspannt. Zugegeben, das Suicide war früher eher ein Abfuckclub in den es nur ging, wenn die Perlen der Nacht kein gutes Programm hatten oder für damalige Studentenverhältnisse zu teuer waren – oder wenn wir uns einredeten, heute nur entspannt zu machen und nicht so krass zu feiern, obwohl wir wie immer bis weit nach 10Uhr morgens im Club hingen und feststellten, dass der Vorsatz nicht geklappt hatte. Das Suicide ist eher im Industriecharme gehalten und besticht nur auf der Outdoorfläche mit ein wenig Deko, sonst ist es eher spartanisch gehalten. Doch hier ging es nicht um die Deko, sondern einzig und allein um die Musik, denn der Techno war hart und die Parties auch am Mittwoch oder Donnerstag würdig genug, um die Nacht dort zu verbringen.

Tresor, Mitte

Der Tresen ist wie bereits bekannt einer der ältesten Clubs in Berlin, welcher seit 1991 existiert und auch ein paar Umzüge überlebt hat. Er liegt nahe der U-Bahn-Station Heinrich-Heine-Straße und gehört zur Kategorie der Abrisstechnoclubs, da dort kein Sonnenlicht hereingelassen wird und die Location ein ehemaliger Bunker mit dunklen Gängen und vielen Gittern ist, die sich durch die Tanzflächen ziehen. Die Musik im Tresen ist hart und das Publikum ist ganz anders als in den Liebestechnoclubs. Hierher kommen viele der von mir sogenannten Handtuchstepper, welche oft in Trainingshosen bekleidete junge Männer mit Handtüchern im Nacken mit Bauchtaschen aus einer eher bildungsfernen Schicht sind. Oft begleiten sie ihre Freundinnen, die in ganzen Adidas-Trainingsanzügen oder halbnackt mit den dazugehörigen Accessoires wie Bauchtasche, Madonna-Piercing und sehr langen, künstlichen Fingernägeln daherkommen. Dennoch ist das Publikum keinesfalls ein Problem, denn die Stepper lieben das Tanzen und alle gehen heftiger ab als in den Liebestechnoclubs. Gechillt wird hier eher weniger, da hier wirklich nur die pure Eskalation im Vordergrund steht: oft wird auch davon gesprochen, einen neuen Keller in den Tresen zu Steppen. Wer also die ganze Nacht wild tanzen will, der ist hier richtig!

KitKat, Mitte

Apropos wilde Nacht: das Kitty befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Tresen und ist der verruchteste Club überhaupt. Seit 1994 begeistert der Club die Massen mit einer Mischung aus Techno- und Psytrancepartys, zu denen hemmungslos Orgien in aller Öffentlichkeit gefeiert werden. Das Kitty ist ein Erotikclub und lässt Leute nur herein, wenn sie Fetisch- oder Latexoutfits oder andere sehr freizügige und sexy Outfits tragen. Wer nicht durch die Tür zu kommen scheint, der kann sich einfach das T-Shirt ausziehen – Hauptsache, Du bist irgendwie so gut wie nackt. Das Kitty wartet mit ein paar eher hell beleuchteten Tanzflächen und einem Indoorpool auf, den ich jedoch nach einer gewissen Weile nicht mehr unbedingt benutzen würde. Die Musik ist zwar super, doch ist der Club nichts für Zartbesaitete, da es in Berlin immer heftig und hoch hergeht: Du wirst überall Menschen sehen, die Sex haben und sie werden Dich zum Mitmachen auffordern. Die eher schüchternen stehen oft in den Ecken und befriedigen sich selbst, wenn Sie nicht gerade im Darkroom sind.

Berghain, Friedrichshain

Das Hain ist der wohl bekannteste Berliner Club überhaupt und der einzige Club, in dem ich noch nie persönlich gewesen bin. Dies hängt damit zusammen, dass zum einen die Türpolitik extrem ist und Leute oft nur in ganz schwarzen Outfits mit weißen Sneakern und ohne Zirkuscharme und Glitzer im Gesicht hereingelassen werden, zum anderen sind mir die Leute im Berghain zu fertig. Das Hain ist einer der klassischen Abrisstechnoclubs mit superhartem Techno, null Tageslicht, dunklen Gängen und generell kaum Lampen im Innern, sowie ohne jegliche Deko, wie wir sie bereits von den Liebestechnoclubs kennen. Die Partys sind die härtesten der ganzen Stadt und hier geht es noch wilder zu als überall anders. Neben den komplett abgedunkelten Dancefloors gibt es auch einen Darkroom, in dem es wild zugeht. Ich erwähne das Berghain hier nur, da es für viele Partygänger die Kirche des Techno ist und einen weltweiten Mythos ausgelöst hat. Wer möchte, der kann gern gehen und wird sicher die Zeit seines Lebens haben, aber aufgrund der extremen Verhältnisse wie der Härte der Musik und die Härte der Drogen mit dementsprechenden Konsequenzen, setze ich dort keinen Fuß herein.

Mein Favorit: Magdalena – leider vorerst geschlossen

Nachdem das Sisyphos für mich an Attraktivität verlor, geriet ich von 2013 bis 2015 besonders oft in die Magda, welche das ehemalige Maria am Ostbahnhof war. Mir gefiel der Mix aus Abrissschuppen und Bretterbudenverschlag, denn zum einen war es stockdunkel im Club, zum anderen gab es gemütliche Sitzecken und teils schick verbaute Holzelemente. Auch die Location war super, denn die Magda lag direkt an der Spree und hatte eine kleine Terrasse direkt am Fluss, die oft im Sommer nach 10Uhr morgens geöffnet wurde. Doch besonders machten die Magda für mich die Musik und die Menschen, mit denen ich dort war. Die Musik war harter Techno, der jedoch zwischendurch auch in House umgewandelt wurde und die Menschen, die ich dort traf, waren eine Mischung aus dem Publikum vom Tresen und vom Sisy. Aus Fremden wurden Bekannte, aus Bekannten sogar Freunde, die ich teilweise heute noch kenne. Da die Magda auch schon mittwochs und donnerstags harte Bässe auflegte, war ich in meiner Studentenzeit zwischendurch auch mal unter der Woche dort, da die Location, die Menschen und die gesamte Energie dort für mich stimmten. Sogar die Türsteher waren freundlicher als sonst und irgendwann Bekannte. Doch nach dem Umzug ein Stückchen weiter die Spree hoch, war die Magda nicht mehr dasselbe. Es wurde viel Geld verschleudert und falsch investiert und nachdem ich abgereist war, wurde mein Lieblingsclub geschlossen. Was mir bleibt, ist mein Tattoo, was ich mir habe stechen lassen, denn die heilige Magdalena des Techno ist nicht nur das Logo des Clubs, sondern auch eine Erinnerung an eine wilde Ära in meinen goldenen Zwanzigern, an die ich sehr gerne zurückdenke.

Feiertipps für Deine Nächte in Berlin
  • Wenn Du in einer Gruppe feiern gehst, solltest Du Dich in Zweierpärchen aufteilen und mit Abstand zum Club gehen. Mit den Türstehern ist nicht zu spaßen!
  • Sei nicht zu betrunken, wenn Du hereingelassen werden willst
  • Ziehe Dir Klamotten an, von denen Dir egal ist, dass sie dreckig werden oder kaputtgehen
  • Sneaker und Turnbeutel sind Pflicht
  • Nimm Dir Kaugummi mit
  • Pack eine Sonnenbrille ein
  • Nimm Deinen Ausweis mit
  • Habe genügend Bargeld bei Dir

 

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Bildquellen: privat, Pixabay

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