Genau heute, am 31. März 2019, bin ich 30 Jahre alt geworden. Und während Du das liest, tuckere ich gerade mit einem Schiff durch die Antarktis, denn einer meiner Lebensträume war, alle sieben Kontinente bereist zu haben, bevor ich 30 Jahre alt wurde. Ich habe es geschafft! Nun steht da noch diese Zahl. 30. Unglaublich; vor allem, wenn Du Dich noch gar nicht so alt fühlst. Im Herzen bin ich immer noch 21 und bleibe es wohl auch noch eine ganze Weile. Ich habe Schwierigkeiten, mich mit dieser großen Zahl anzufreunden, da ich wirklich fast gar nichts mit anderen 30jährigen gemeinsam habe – nur eine Sache: ich bin viel, viel ruhiger und zufriedener geworden. Doch dies habe ich einzig und allein der Tatsache zu verdanken, dass ich in den letzten 15 Jahren Gas gegeben habe und mir insbesondere in meinen wilden 20ern alle möglichen Lebensträume und Wünsche erfüllt habe. Ich habe alles möglich gemacht, was möglich gemacht werden konnte, um nun erstmals zurückzublicken und vollends zufrieden zu sein. Und weißt Du was? Ich bin sehr zufrieden, mit dem, was ich erreicht habe und ich freue mich auf mein neues Jahrzehnt, denn jedes Jahrzehnt ist anders und es rücken andere Sachen in den Vordergrund, welche früher keine Rolle gespielt haben. Was mich beschäftigt und welches Fazit ich auch in Hinblick auf meine Reisen gezogen habe, erfährst Du in diesem Artikel.

Mein bisheriges Reisefazit: 42 Länder, 7 Kontinente

Wenn ich auf meine Reisekarriere blicke, dann bin ich nicht nur stolz, sondern auch glücklich. Obwohl ich noch nicht mein geheimes Traumreiseziel Bora Bora erkundet habe und obwohl ich meine Kalifornientour noch nicht gemacht habe. Es gibt vieles, was ich noch sehen will, doch habe ich auch bereits super viel gesehen, was mir wirklich alles bedeutet. Reisen ist und war immer mein Leben und ich messe meine Lebenszufriedenheit unter anderem an den Flaggen, die ich gesammelt habe. Da meine Eltern leider nur nach Frankreich fahren wollten, habe ich meine heutige Flaggensammlung einzig und allein mir zu verdanken. Ich schätze, dass ich in den letzten 15 Jahren etwa 30.000 EUR für Reisen ausgegeben habe – und jeder Cent war sinnvoll investiert und wurde hart von mir selbst erarbeitet. Ich hatte auch viel Glück, denn neben den günstigen Reisezielen konnte ich mir auch Luxusaufenthalte wie zwei Wochen in New York oder eben die Antarktis-Kreuzfahrt gönnen, auf welcher ich gerade bin. Ich bin nun nach meinen intensiven Reisejahren optimistisch, dass ich alle Länder sehen werde, die noch auf meiner Liste stehen, bevor ich sterbe. Wenn ich alt bin, werde ich wahrlich die ganze Welt gesehen haben und dies ist eines meiner Hauptlebensziele.

Reisen ist und war mir immer eines der wichtigsten Dinge im Leben.

Meine ungeplante Auswanderung aus Deutschland

…begann im November 2015 als Weltreise. Ich wollte von Anfang an auf Open End reisen, doch mein damaliger Freund fand daran keinen Gefallen, sodass wir die Reise auf dreieinhalb Jahre festlegten. Nachdem ich mich Ende 2016 von meinem Ex getrennt hatte, konnte ich dann meine wahren Pläne in die Tat umsetzen: ohne Zeitlimit reisen, sich treiben lassen, das Leben und Abenteuer mitnehmen, wie sie kommen. Warum muss ich auch rennen, wofür? Warum muss ich mich stressen lassen, zurück nach Berlin zu kommen? Für mich gab und gibt es keinen Grund, mir nicht alle Zeit der Welt zu nehmen, denn es ist mein Leben, von dem ich nur eines habe und von dem ich leider nicht weiß, wie lange es dauern wird. Nachdem ich die Liebe und Abenteuer hereinließ, verschlug mich das Leben nach London, wo mich nun wieder alle Wege hin zurückführen. Mit meinem Leben in London realisierte ich erstmals, dass ich – wenn ich nicht gerade durch die Welt reiste – in einem englischsprachigen Land leben möchte, da es mir genau das bietet, was ich in Deutschland so schmerzlich vermisste. Ich werde Berlin immer lieben und verehren, aber meine Zukunft wird sich in einem englischsprachigen Land abspielen. Somit habe ich kürzlich realisiert, dass ich eigentlich damit vor dreieinhalb Jahren aus Deutschland ausgewandert bin – und es hat mich positiv schockiert!

Die Häkchen auf der Bucketlist

Meine Bucketlist hat elf Seiten, von denen der Großteil aus Reisen und einmaligen Lebensereignissen wie Fallschirmspringen oder Panzerfahren besteht. Ende Januar habe ich erfreulicherweise festgestellt, dass ich die Hälfte meiner Liste bereits abgehakt habe, was mich in Glückstränen gestürzt hat, da auch nun die erste Hälfte meines Lebens vorbei ist. Ich habe mir wirklich den Allerwertesten aufgerissen, um mit meinen Mitteln die meist doch sehr hoch gesteckten Ziele zu erreichen und ich habe es geschafft. Mir meine Lebensträume zu erfüllen hat mich so glücklich, zufrieden und stark gemacht, dass ich nun bereit bin für die zweite Hälfte meiner Bucketlist, die weitaus mehr Fähigkeiten und Durchsetzungsvermögen fordert, als die erste Hälfte es schon tat. Ich poche so auf meine Liste, da ich fest davon überzeugt bin, dass wir auf der Welt sind, um glücklich zu sein und dass es unsere Pflicht ist, unser Leben bestmöglich zu leben. Chillen, warten und zögern gibt es bei mir nicht. Vor allem nicht mit meiner Geschichte…

Mit unerfüllten Träumen sterben ist für mich der schlimmste Alptraum.

Meine Depression ist begraben und besiegt

Leider musste ich in meinem kurzen Leben durch ein privates Unglück schon viel Leid erfahren, welches mich in eine achtjährige Depression gestürzt hatte. Ich habe lange, hart und unerbittlich gekämpft, um diese Depression loszuwerden und im Frühling 2012 ist mir dies auf wunderbare Weise gelungen. Ich habe keine Ahnung wie das möglich ist, aber ich bin eines Tages vor sieben Jahren aufgewacht und war auf einmal glücklich – und die Depression kam nie wieder. Mit ein wenig Recherche habe ich Jahre später herausgefunden, dass es wenige, aber schon Fälle von solchen Wunderheilungen gibt, die sich medizinisch niemand wirklich erklären kann. Damit habe ich es dann belassen und alles dafür getan, meine Seele vor dem Abgrund zu schützen, in den ich zu lange hineingestarrt hatte. Ich zelebriere heute jeden Tag, denn ich weiß noch genau, wie sich der Abgrund anfühlt. Heute habe ich alles erreicht, was ich wollte und bin umgeben von Licht, Liebe, wahrer Freundschaft und Harmonie. Mich hat die schlimmste Zeit meines Lebens gelehrt, dass alles überstanden werden kann und dass wir Menschen zu größeren Dingen in der Lage sind, als wir glauben. Auch hat diese dunkle Zeit mich mutig und furchtlos werden lassen und ich habe keine Angst vor niemandem, keine Angst vor Herausforderungen oder dem Leben selbst, denn das Schlimmste ist mir schon passiert. Das Unglück, welches mir zugestoßen ist, diente als der Katalysator dafür, dass ich mir all meine Träume erfüllt habe und er dient immer noch als dieser. Ich schätze das Leben mit allen Kleinigkeiten jeden Tag, denn es ist keine Selbstverständlichkeit, glücklich zu sein, sondern eine Entscheidung.

Ausblick: meine ersten Pläne für meine 30er

Natürlich weiß ich nicht genau, wie die nächsten zehn Jahre ablaufen, doch habe ich eine grobe Vorstellung davon, wie ich die ersten Jahre gestalten möchte. Am Wichtigsten ist wohl, dass ich zum Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres gemeinsam mit meinem Freund aus Europa auswandern werde, da mir Europa zu kalt ist und ich gerne neuen Input vom anderen Ende der Welt haben möchte. Wohin es geht, werde ich verraten, sobald alles in trockenen Tüchern ist. Jedenfalls möchte ich dort beruflich neu durchstarten: da ich als Journalistin, die sich auf die deutsche Sprache fokussiert, im Ausland recht wenig lukrative Stellenangebote habe, werde ich mich nach meiner Eingewöhnung im neuen Land über eine Fernschule in Deutschland zum Life Coach weiterbilden. Life Coaches sind psychologische Berater, die Menschen helfen, welche in Sackgassen stecken, keine Entscheidungen treffen können und unglücklich sind. Da in den meisten Ländern Therapeuten nicht von der Krankenkasse bezahlt werden, aber für den Ottonormalverbraucher zu teuer sind, sind Life Coaches in der englischsprachigen Welt sehr gefragt. Natürlich werde ich weiterhin bloggen und an meinem nächsten Buch arbeiten, doch habe ich schon vor langer Zeit realisiert, dass es mir mehr Spaß macht, Menschen zu helfen, da ich selbst aus dem Nichts komme und weiß wie es ist, sich allein von ganz unten aus der Dunkelheit ins Licht zu kämpfen.

Nach acht Jahren Depression bin ich endlich frei und glücklich!

Sobald alles Berufliche unter Dach und Fach ist, möchte ich natürlich weiterhin reisen: mehrere Länder auf dem Kontinent, den ich bald mein Zuhause nennen werde, warten darauf, erkundet zu werden. Neben dem Reisen und dem üblichen Abhaken der Bucketlist steht für mich nun etwas im Vordergrund, womit ich mich in 30 Jahren noch nie befasst habe: materieller Wohlstand. Nach Berlin und London bin ich es leid, in zu kleinen Wohnungen für zu viel Geld zu leben und immer zurückzustecken. Ich möchte in naher Zukunft ein Haus mit Pool mieten und dies ist in diesem Teil der Welt auch mehr als realisierbar für mich. Idealerweise lebe ich hier mit meinem Partner, doch mache ich nicht noch einmal den Fehler und springe gleich ins kalte Beziehungswasser – wir lassen es ruhig angehen. Trotzdem ist das Haus mit Pool ganz oben auf der Agenda, neben einem Garderobenwechsel, der auf mehr Qualität setzt. Bisher habe ich bei materiellen Sachen nur auf eine gute Wohnungsausstattung geachtet, da ich gern königlich hause; daher ist der Rest komplettes Neuland für mich. Neuland, welches sich gut anfühlt!

Für weitere Aussichten lasse ich mich erst einmal ein wenig treiben. Ich möchte auf jeden Fall in meinen frühen 30ern am Strand heiraten, doch lasse ich dies auf mich zukommen, da eine solch große Entscheidung die Zeit zum Reifen braucht. Außerdem möchte ich Platz haben für weitere Abenteuer, denn in meinen 30ern werde ich mich auch mit meinem Poolhaus mit Bibliothek und riesigen Himmelbett nicht zur Ruhe setzen – ganz im Gegenteil! Ich freue mich schon auf all die ungeschriebenen Geschichten, auf die Märchen und Skandale und auf alles, was ich noch nicht vorhersehen kann…

Wie alt bist Du eigentlich?

Deine

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