Die unendliche Weite der blühenden Tabakfelder in Kong Lor, Laos, 2016.
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Geheimtipp für Laos: Die unendliche Weite der blühenden Tabakfelder

Von am 3. Dezember 2017

Im Februar 2016 durfte ich im Rahmen meiner Welt-Dauer-Reise Laos besuchen. Das Binnenland lässt sich super in eine Südostasien-Tour von Thailand aus und in Richtung Kambodscha und Vietnam einbinden, weswegen dieses auf keinen Fall bei mir fehlen durfte. Laos ist ein kleines Land, was innerhalb von zwei Wochen komplett besichtigt werden kann und ich muss sagen: es hat mir super gut gefallen! Ob das pittoresk am Mekong gelegene Luang Prabang mit seinem französischen Charme, einer Abenteuertour mit Tubing und Kajakfahren, auf dem Bolavenplateau Kaffee verkosten oder auf den 4000 Inseln chillen – mir hat eine ganze Menge wirklich gut gefallen. Doch eines meiner Highlights liegt ganz weit ab vom Schuss: das Dörfchen Kong Lor, welches für mich einer der Orte war, die gerne als „am Ende der Welt“ bezeichnet werden. Doch warum es sich lohnt, den weiten Weg von der laotischen Hauptstadt Vientiane auf sich zu nehmen, um Kong Lor zu besuchen, erfährst Du in diesem Artikel!

Am Ende der Welt: Tabakfelder und graue Felsen

Von Vientiane aus erreichte ich das 312 Kilometer entfernte und in der Provinz Khammuan liegende, Dörfchen Kong Lor nach etwa siebeneinhalb Stunden Fahrt in einem komfortablen, großen Bus (was in Laos eine Seltenheit ist). Es waren kaum Reisende unterwegs, weil das Dorf einfach so abgeschieden ist – doch genau deswegen bin ich gekommen. Kong Lor besteht im Wesentlichen aus einer gepflasterten Straße, die mitten durch ein blühendes Tabakfeld führt, welches so riesig ist, dass es in seiner Weite kaum überblickt werden kann. Mausgraue und spitze Bergketten thronen hinter den unendlichen Weiten des giftgrünen Teppichs, aus welchem immer mal ein paar weiße Tabakblüten ragen. Mir verschlägt es – auch, wenn es sich um Tabak handelt – wirklich den Atem. Wie wunderschön es hier ist! Und wie totenstill. Nachdem der Bus abgerauscht ist, ist eigentlich gar nichts mehr zu hören. Das hier ist das Ende der Welt! Zumindest eines davon.

An der einzigen gepflasterten Straße liegen alle Gästehäuser des Dorfes, welche allesamt im Grunde genommen Homestays sind. Ich habe damals das Glück gehabt, dass ich in ein Gästehaus gekommen bin, welches gerade fertig gebaut worden und somit nigelnagelneu war. Das Bett war nicht nur super flauschig und riesig, sondern bot auch einen fantastischen Ausblick über die Tabakfelder, wenn die hölzernen Fensterläden geöffnet wurden. Ich war quasi mittendrin! Auch gab es warmes Wasser, was in Laos sonst eher nicht selbstverständlich ist. Zugleich war das neuste Gästehaus auch das billigste: ich zahlte sage und schreibe 2,50 Euro pro Nacht. Wer dort auch hin möchte, der halte einfach nach dem Gästehaus mit den türkisen Dachziegeln Ausschau, denn der Homestay hatte damals (noch) keinen Namen.

Weiße Handtücher hängen auf einer Wäscheleine vor den mausgrauen Bergen in Kong Lor, Laos, 2016.Die unendliche Weite der blühenden Tabakfelder ist eine der schönsten Landschaften in Laos!

An der Straße im Tabakfeld stehen jedoch nicht nur Gästehäuser, sondern auch Restaurants, die eine akzeptable Auswahl an vegetarischen Gerichten haben. Jedoch gibt es keine Annehmlichkeiten wie etwa einen Bankautomaten oder einen Kiosk, da Kong Lor einfach zu weit ab vom Schuss ist. Doch hier geht es viel weniger um Annehmlichkeiten, denn im Vordergrund steht die traumhafte und einmalige Natur und das einfache Landleben von Laos, was erfahren und genossen werden will. Die Einheimischen, die alle im Dorf neben dem Fluss leben, haben hier ein, zwei kleine Holzbaracken als Sonnenschutz, unter welchem sie den ganzen Tag getrocknete Tabakpflanzen an einer Schnur aufeinander fädeln und diese dann zum Trocknen in einen ganz aus Holz gebauten Speicher einlagern, bis sie verkauft werden können. So kann neben Naturbeobachtungen auch live miterlebt werden, wie Tabakpflanzen verarbeitet werden, was sicherlich nur die wenigsten von uns schon gesehen haben.

Eine Abenteuer-Tour auf dem Höhlenfluss

Der Grund, warum ich und einige andere Reisende nun aber an das Ende der Welt von Laos gekommen sind, ist dieser hier: in Kong Lor gibt es eine Höhle mit einem unterirdischen Flusssystem, welches im Rahmen einer Tour besucht werden kann. Zur Höhle führt die gepflasterte Hauptstraße, die sich ihren Weg durch die Tabakfelder bahnt und bald zu einem kleinen Waldweg wird. Die Höhle liegt im Phou Hi Poun – Naturschutzgebiet und ist etwa einen Kilometer Fußmarsch von den Gästehäusern entfernt. Aufgrund der traumhaft schönen Landschaft ist es ratsam, einfach zu Fuß zu gehen, um Zeit für den Augenblick und für Andenkenfotos zu haben. Hinter dem kleinen Wald erscheint ziemlich plötzlich ein wunderschöner, türkisblauer See, in dem riesige Fische leben. Der See befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den mausgrauen Felsformationen und ist umgeben von dichtgrünem Wald und einem kleinen, rauschenden Wasserfall, neben dem sich der Höhleneingang befindet.

Ein hölzerner Speicher zur Tabaktrocknung in Kong Lor, Laos, 2016.Holz, wohin das Auge reicht: in Laos sind Steinhäuser nicht überall selbstverständlich.

Der Fluss selbst fließt 7,5 Kilometer durch die Höhle, womit das Höhlenflusssystem eines der längsten der Welt ist. An der höchsten Stelle misst die Höhle 100 Meter Höhe, sowie 90 Meter Breite. Die Höhle wird mit motorisierten Longtail-Booten befahren, die maximal drei Personen mitnehmen und von einem Guide gelenkt werden. Es gibt zahlreiche Stalaktiten, Stalagmiten und Kalksteinformationen zu bestaunen, die jedoch fast alle nur mit Hilfe von Stirnlampen gesehen werden können, da es in der Höhle bis auf einen begehbaren Bereich stockdunkel ist. Der begehbare Bereich ist im Übrigen ein wahrhaftiger Höhlenstrand, der über ein paar Felsformationen führt und echten Sand beherbergt. Das Wasser in der Höhle ist kristallklar und ging bei meinem Besuch nicht höher als bis über das Knie, was sich jedoch zur Regenzeit ändern dürfte.

Auch, wenn die Boote motorisiert sind und teilweise richtig schnell über den Höhlenfluss brettern, brauchten wir trotzdem eine Stunde, bis wir die 7,5 Kilometer abgefahren hatten. Aus dem Dunkel wird plötzlich Licht und auf einmal fährt das Boot in eine üppige, grüne Dschungellandschaft herein, die – vor den mausgrauen Felsen ausgebreitet – ihresgleichen sucht. Weil das so unerwartet kam, war die Ankunft in der Dschungelszenerie wie Fahren durch ein Bilderbuch. Es war wahnsinnig schön! In der hübschen Dschungelkulisse wird das Boot angelegt und alle können sich die Beine vertreten und sich in der Sonne aufwärmen, was ganz gut tut. Einheimische verkaufen an Holzständen ein paar Snacks und neben kleinen Seitenarmen des Flusses arbeiten ein paar Leute in Gemüsebeeten, die in den Ausläufern des trockenen Flussbettes angelegt wurden und von einer selbstgebauten Holzbrücke zu besichtigen sind. Der Rückweg zum Naturschutzgebiet geht dann eher schneller vonstatten, da schon alles bekannt ist und die Erinnerung nur noch einmal aufgefrischt wird. Alles in allem dauerte die Tour auf dem Höhlenfluss zweieinhalb Stunden und kostete im Februar 2016 fünf Euro pro Person, wobei Trinkgeld sicherlich keine schlechte Idee ist, weil die Einheimischen super lieb sind.

Der Eingang zum Höhlenfluss in Kong Lor, Laos, 2016.Der Eingang zurück zum Höhlenfluss: ein magisches Schauspiel aus Felsformationen und Dschungel.

Einheimische in Kong Lor: das hölzerne Dorf am Fluss

Was ich erst bei einem Rundgang herausgefunden habe war, dass die Einheimischen, die an der gepflasterten Straße den getrockneten Tabak bearbeiten, nicht nur in den Gästehäusern wohnen, sondern vermehrt im Dorfzentrum, welches sich am Fluss befindet und über einen Schotterweg erreichbar ist. Alle Straßen in Kong Lor – bis auf die Hauptstraße im Tabakfeld – sind ungepflastert und staubig. Das Dorf beginnt hinter den blühenden Tabakfeldern, wo zwischen Bambuswäldern und teils begrünten, grauen Felsen schon einige Hütten zu sehen sind. Das Dorf besteht komplett aus Stelzenhäusern, die allesamt aus Holz gebaut sind – bei meinem Besuch waren nur die Gästehäuser aus Stein.

Im Dorf selbst laufen allerlei Bauernhoftiere herum: ich treffe auf Kuhherden, Schweine, Hühner und auch auf Hunde und Katzen mit ihren verspielten Babys. Frauen kochen über dem offenen Feuer, Kinder holen Eimer mit Wasser vom Fluss und die Männer hacken Holz und reparieren Dinge. Das Leben der Menschen in Kong Lor ist einfach und bäuerlich geprägt und die Touren über den Höhlenfluss und das Vermieten der Gästehäuser sind neben den Tabakfeldern ihre beste Einnahmequelle. Es gibt zwar eine Schule, jedoch sind die meisten Kinder draußen und arbeiten mit ihrer Familie. Ich empfand das Dorf als sehr interessant und doch auch erschreckend, da die Armut in Laos noch einmal eine andere Stufe ist, als in Thailand oder Kambodscha. Trotzdem gehört für mich ein Rundgang durch das Dorf dazu, denn ich reise nicht nur, um tolle Landschaften zu bewundern, sondern auch, um das Leben so zu sehen, wie es ist.

Eine Kuh-Herde wandert von Feld zu Feld in Kong Lor, Laos, 2016.Viele Tierfamilien leben in den unendlichen Weiten der Tabakfelder von Kong Lor.

So kommst Du in den Genuss der Naturwunder von Kong Lor

Von Vientiane fährt einmal täglich ein Bus von der Busstation im Norden ab. Der Bus fährt um 10:00 Uhr ab und kostet 80.000 KIP (8 Euro). Angehalten wird theoretisch an jeder Milchkanne, doch es gibt nur eine richtige Pause zum Mittagessen. Der Bus muss 312 Kilometer absolvieren, was für Laos eine Reisezeit von sechs bis acht Stunden bedeutet – je nachdem, wie voll der Bus ist, wie schnell oder langsam er fährt und wie lange die Pause dauert.

Wer von Kong Lor aus abreisen will, kann entweder zurück nach Vientiane fahren, oder weiter nach Pakxé, der nächsten Stadt vor den Pforten des Bolavenplaetaus. Aber Achtung: die Busfahrt nach Pakxé ist beschwerlich, da sie in einem kleinen Minibus ausgeführt wird und zehn bis dreizehn Stunden dauern kann. Wer das nicht aushält, der ist mit einem Zwischenstopp in Savannakhet gut beraten, wobei es dort wirklich nichts gibt – dort kann nur übernachtet und gegessen werden.

Extra-Tipp: Leider wird in Kong Lor abgezockt, wenn es um die Busfahrten geht, weil Reisende aufgrund der krassen Abgeschiedenheit keine Wahl haben. Kaufe daher unbedingt nur ein Ticket bis Savannakhet, auch, wenn Du nach Pakxé willst. Die Busbegleiter*innen im Bus selbst rechnen vor Ankunft in Savannakhet noch einmal ein Ticket bis Pakxé ab.

Und bitte vergiss nicht, dass es in Kong Lor keinen Bankautomaten gibt. Wer vor Ort kein Bargeld mehr hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes verloren.

Einheimische fädeln getrocknete Tabakblätter in Kong Lor, Laos, 2016, zusammen.Einheimische fädeln Tabakpflanzen zusammen: ein lukratives Geschäft neben dem Tourismus.

 

 

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Jacqui Grewenig
London, England

G'day mate! Ich bin Jacqui, Weltreisende, Aussteigerin und Freigeist. Ich liebe das Leben, das Reisen, fremde Kulturen, vegetarisch-veganes Streetfood aus aller Welt und lerne gerne neue Leute kennen. Ich begeistere mich für Meditation, Yoga und den Buddhismus und reise am liebsten in Länder, die völlig anders sind als Europa. Darum ist mein Lieblingsland wohl auch Indien... ♥ Ich bin vor 2 Jahren ausgestiegen und lebe und arbeite seitdem rund um die Welt.

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