Das Worimi Conservation Land in New South Wales, Australien, 2017.

Oh Gott Australien, Du geile Sau! Als ich endlich nach drei Monaten die dunkle Kartoffel- und Zwiebelfabrik nahe des Barossa Valleys in Südaustralien verlasse, gibt es für mich und meinen Travelmate Max nur eins: weg hier! Während mein Freund sich derweil im kalten UK befindet, um seinen englischen Teil der Familie und Freunde zu besuchen, geht es für uns in Richtung Sommer – geradewegs nach Sydney, um Weihnachten und Silvester dort zu feiern. Und weil wir möglichst viel sehen wollen, haben wir eine nette Route für unseren ersten Roadtrip ausgetüftelt, die uns über 1000 Kilometer durch das Land führen soll. Sakura Sunrise, mein erstes eigenes Auto, ein roter Toyota Four-Wheeler, ist nun gepackt und nach dem Frühstück sind wir startklar. Durch Südaustralien gefahren, erreichen wir bald New South Wales, der nicht nur der älteste, sondern auch der bevölkerungsreichste Bundesstaat Australiens ist. Siebeneinhalb Millionen Menschen nennen diesen ihr Zuhause; was auch erklären würde, warum die Highways hier verhältnismäßig voller sind als zuvor. New South Wales wurde 1770 vom berühmten Entdeckungsreisenden und Seefahrer Kapitän James Cook entdeckt und wurde zur ersten britischen Kolonie in Australien. Und wo James Cook vor Jahrhunderten schon war, mussten wir natürlich auch hin – wenn auch etwas später als er. Und Du glaubst nicht, was wir dort alles erlebt haben und welche tollen Orte wir fernab von den Berühmtheiten Sydney, Byron und Nimbin entdeckt haben… Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber New South Wales bietet so viel mehr! Hier kommen meine Geheimtipps exklusiv für Dich!

1. Royal Nationalpark

Nebel kriecht über die grauschwarzen Sandsteine, an denen sich das aufgeregt rauschende Meer lautstark bricht. Sand knirscht unter meinen Schuhen, als ich den kleinen Trampelpfad laufe, der mich vorbei führt an bewaldeten Bergen und abgebrochenen Karstklippen. Manchmal taucht ein kleiner Strand auf, manchmal eine pinke Blumenwiese. Oh wie schön ist dieser Ort, der so gern Melancholie um seine Landschaft legt, wie es Caspar David Friedrich schon tat! 29 Kilometer südlich von Sydney befindet sich dieser einzigartige Nationalpark, welcher – nach dem nordamerikanischen Yellowstone Nationalpark – der zweitälteste Nationalpark der Welt ist. Bereits 1879 wanderte der Entdecker Sir John Robertson auf seinen Spuren… Hier finden sich die unterschiedlichsten Landschaftsbilder: vom Steinstrand über Sandsteinhügel wandern wir vorbei an Eukalyptuswäldern und Hochplateaus, die mir den Eindruck verschaffen, ich sei in Neuseeland gelandet. Das hier ist Hobbitland! Bushwalking oder Klippenkraxeln, durchatmen am Strand – anstrengend, aber so wunderschön! Einziger Haken ist, dass Du hier lange unterwegs sein wirst, wenn Du zum Herzstück des Parks möchtest. Die Figure Eight Pools – durch das Meer entstandene, natürliche Pools mit glasklarem Meerwasser und interessanter Unterwasserwelt – liegen etwa vier Kilometer entfernt vom nächsten Parkplatz und können nur zu Fuß erreicht werden. Also pack‘ Dir Drinks und herzerwärmende Snacks ein und los geht’s! Zwischendurch kannst Du auch immer eine Pause machen und Muscheln sammeln… oder einfach nur mit offenem Mund in die Landschaft starren. Wir fanden es megageil!

Blühende Blumen im Royal Nationalpark Australien 2017.Eine schaurig-schöne und mystische Herbstszenerie bot sich mir im australischen Sommer im Royal Nationalpark.

Ausblick im Royal Nationalpark Australien 2017.Die Aussicht von den Sandsteinklippen könnte vielfältiger nicht sein: Meer, Blumenwiese oder saftig grüne Wiesen im Royal Nationalpark.

2. Worimi Conservation Lands

Am Stockton Beach, zehn Kilometer vom eher weniger schönen Newcastle entfernt, befindet sich eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten von New South Wales: das Worimi Conservation Lands. Dieses ist eine riesige Wüste am Meer und Aboriginal-Gebiet, dessen Dünen sich meterhoch auftürmen und schier endlos erscheinen. Wow, das ist einfach nur eine epic view!  Auf der einen Seite sehe ich Surfer auf dem Meer, auf der anderen Kamele durch die Wüste reiten. Moment mal, Kamele?! Richtig. Weil viele Besucher zum Worimi Conservation Lands kommen, kannst Du hier auch allerhand unternehmen:  beispielsweise stundenlang die Dünenwüste hoch- und herunter wandern, bis Du irgendwann, von den Dünen verschlungen, gar nicht mehr realisierst, dass Du eigentlich am Meer bist. Für mich der perfekte Ort, sind doch Meer und Wüste meine Lieblingslandschaften! Wem spazieren gehen oder schwimmen dann doch zu langweilig ist, der kann sich bei den verschiedenen Touranbietern umschauen, die hier mit ihren Trucks an einem Parkplatz campieren. Hier kannst Du tatsächlich nicht nur Pferde, sondern auch Kamele reiten, um ein Feeling aus 1001 Nacht zu verspüren. Es ist durch aus keine Seltenheit, Kamelherde mit kreischenden Touristen zu beobachten, die nacheinander wie im Bilderbuch in den Sonnenuntergang reiten. Weitere Abenteuermöglichkeiten sind Sandboarding oder Quad fahren. Doch wer mitmachen will, sollte früh genug da sein: schon ab 10:00 Uhr morgens bilden sich Schlangen vor den Wagen.

Jacqui steht in der Wüste des Worimi Conservation Lands in Australien 2017.Meine liebsten Landschaften sind im Worimi Conservation Lands vereint: Meer und Wüste.

Eine Kamelherde reitet in den Sonnenuntergang im Worimi Conservation Lands Australien, 2017.Mit dem Kamel in den Sonnenuntergang reiten: dieser Traum aus 1001 wird hier wahr!

3. Silverton

Das Outback an und für sich ist ja schon megageil, doch Silverton setzt da noch einen drauf: die 1890 gegründete Stadt liegt 25 Kilometer nordwestlich vor den Toren Broken Hills im westlichen New South Wales und besticht mit seinem einzigartigen Künstler-Charme mitten im Nirgendwo. Wo einst nach Silber gegraben wurde, zogen um 1901 immer mehr Leute nach Broken Hill, weil es hier vielversprechendere Silbervorkommen gab. Silverton wurde allmählich zur Geisterstadt, doch heute haben sich eine Reihe interessanter und alternativer Künstler angesiedelt, die hier ihren Leidenschaften nachgehen. Neben dem Silverton Hotel mit Pub, einer verlassenen Grusel-Kirche und vereinzelten Wohnhäusern befinden sich hier heute nur noch Galerien. Galerien, die unbedingt gesehen werden wollen! Sie erinnerten mich an das inzwischen geschlossene Kunsthaus Tacheles aus Berlin, welches 2011 der Gentrifizierung zum Opfer fiel. Hier finden sich nicht nur bunt bemalte VW-Käfer und kunstvolle Metallfiguren, die E-Gitarre spielen und Feuer spucken, sondern auch knallbunte Kunstwerke, die teils das Outback zeigen, als auch surrealistische Welten, wie wir sie von Dali kennen. Ich will gar nicht mehr gehen, es ist einfach magisch! Alles ist umgeben vom einzigartigen Spirit dieses winzigen Dorfes, was Silverton zu einem Must-see für alle Outback- und alternative Kunstfans macht…

Jacqui vor einer Galerie in Silverton, Australien, 2016.Wer auf alternative Kunst steht, wird sogar im Outback fündig: Silverton ist der Mittelpunkt des Outbacks in New South Wales!

Zwei verrostete Autowracks im Outback von New South Wales, Australien, 2016.Zwischen den Zeilen gelesen, sind auch Autowracks im Outback irgendwie Kunst.

4. Blue Mountains

Die blauen Berge, UNESCO-Weltkulturerbe und 60 Kilometer westlich vor den Toren von Sydney sind ein einzigartiger Beweis dafür, dass Mutter Natur immer meine Lieblingskünstlerin sein wird. Hier gibt es alles, was das Naturherz begehrt: dichte Eukalyptuswälder, Kalksteinklippen und echten, australischen Busch mitsamt Kängurus und Koalas. Zur Tierwelt der Blue Mountains gehören jedoch noch 50 andere Tierarten, u.a Wallabys und Wombats – also finden sich dort quasi alle Tiere, die bei einem Australien-Aufenthalt gesehen werden wollen. Die Straße durch die Blue Mountains ist gut ausgebaut und führt malerisch durch verschiedene, kleine Orte, die mit ihrem verschlafenen Charme allerhand Backpacker und inländische Touristen angelockt haben, die sich hier ihren Kaffee schmecken lassen und in süßen Läden shoppen gehen. Mein Ortsfavorit war hier Katoomba mit seinen 8.000 Einwohnern, welches das Herz der Blue Mountains ist. Nachdem ich tagelang mit meinem australischen Kumpel im Busch unterwegs war, kam es mir hier sogar vor wie in einer Großstadt! Außerhalb Katoombas finden sich jedoch nicht nur Wasserfälle, sondern auch die berühmten Three Sisters und das riesige Kalksteinhöhlensystem der Jenolan Caves. Der Shit!

Die 'Three Sisters' in den Blue Mountains, Australien, 2017.Ein magischer Ort: die drei Schwestern in den Blue Mountains sind ein wahres Highlight!

Ein Teil der Blue Mountains im Sonnenuntergang, 2017.Sonnenuntergänge fand ich während meiner Zeit des Heilens in den Blue Mountains besonders schön!

5. Waterfall Way

Der Waterfall Way ist eine der pittoreskesten, aber eher unterschätzten Routen in New South Wales, der nur zu gern ausgelassen wird. Warum eigentlich? In der pittoresken 3000-Einwohner-Kleinstadt Bellingen gestartet, die mit ihren viktorianischen Balkonen und hippen Läden auf sich aufmerksam macht, fahren wir durch giftgrüne Weidelandschaften über das Dorrigo Plateau, vorbei an sieben Nationalparks, von denen der Dorrigo Nationalpark wohl der berühmteste ist. Hier finden sich aneinander gereiht Wasserfälle in dichten, grünen Wäldern, die auf einem Wanderweg bestaunt werden können, welcher quer durch einen echten Regenwald führt und die dem Tourist-Drive auch seinen Namen gaben. Besonders pittoresk war der Dangar-Wasserfall, den ich wirklich sehr empfehlen kann. Und weißt Du, was ich schon immer mal machen wollte? Hinter einen Wasserfall gehen. Genau das habe ich hier von meiner Bucketlist abhaken können! Warum das so schön ist? Finde es doch einfach dort heraus. Der Waterfall Way liegt im Nordosten des Bundesstaates und liegt 25 Kilometer südlich von Coffs Harbour und führt mit 165 Kilometern Länge bis nach Armidale im Landesinneren. Ein weiteres Highlight, welches nicht verpasst werden sollte!

Ausblick auf dem Waterfall Way in Australien 2017.Dieser Ausblick überzeugt damit, dass er echt ist: hier war keine Bildbearbeitung nötig. Mutter Natur macht das schon!

Regenwald im Dorrigo Nationalpark Australien 2017.Traumhaft schön: purer Regenwald im Dorrigo Nationalpark entlang des Waterfall Ways.

 

Warst Du auch schon mal in New South Wales? Was sind Deine Lieblingsorte?

Deine 

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