Wer auf Weltreise oder auf eine längere Reise geht, der sollte sich nicht nur vor der Reise mit seiner Gesundheit beschäftigen, sondern auch auf Reisen selbst. Zuhause kannst Du noch durch Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen Sicherheit schaffen, doch wenn Du unterwegs bist, geht es um ganz andere Sachen. Mir sind im Laufe der Jahre ein paar Dinge immer wieder begegnet, die nun ganz oben auf meiner Prioritätenliste stehen, wenn es um Gesundheit auf Reisen geht. Ich habe Dir in diesem Artikel die wichtigsten Dinge benannt, auf die Du Dein Augenmerk richten solltest.

Sonnenschutz ernst nehmen

Der wichtigste Tipp direkt zu Beginn: nimm Sonnenschutz ernst und spare nie, niemals an Sonnencreme – auch dann nicht, wenn Du das Geld lieber für etwas Anderes ausgeben willst. Sonnencreme kostet in vielen Teilen der Welt ein kleines Vermögen (bis zu 10€ in Asien, bis zu 20€ in Australien), jedoch solltest Du diese immer so wie Essen und Trinken auf Platz eins der wichtigsten Dinge, die Du immer nachkaufen musst, platzieren. Jeden Tag Sommer zu haben ist unglaublich schön und für viele Menschen der absolute Traum. Doch damit dieser Traum später kein Alptraum wird, ist tägliches Eincremen mit Sonnencreme für uns aus Europa unabdingbar. Egal ob Hautalterung, ausgeblichene Tattoos (das ist mir passiert), oder Krebs – die Sonne ist zwar verehrenswert, kann uns aber auch schaden. Besonders in Gebieten, wo die Ozonschicht kaputt ist wie in Australien, kannst Du trotz Lichtschutzfaktor 50+ einen Sonnenbrand auch bei bewölktem Himmel im Herbst bekommen, wo es nur 20 Grad draußen sind.

Extra-Tipp: Setze bei Sonnencreme immer auf mindestens Lichtschutzfaktor 50. Tropische Sonne ist anders als europäische Sonne und daher brauchst Du auch dann, wenn Du eher dunkler bist oder schneller bräunst, mehr Sonnenschutz als Zuhause.

Schütze auch Deine Augen vor der Sonne

Vor meiner ersten Weltreise konnte ich mir nie richtige Sonnenbrillen mit UV-Schutz vom Optiker leisten. 150€ für eine Ray Ban zu bezahlen, war für mich überhaupt nicht denkbar – bis ich dann auf Reisen ging und merkte, dass ich hier leider keine Wahl habe. Meine Augen haben so unter der Sonne gelitten, dass ich trotz Sonnenbrille oft die Augen zugekniffen habe, was natürlich unangenehm ist und auch Falten mit sich bringt, die mit einer richtigen Sonnenbrille vermieden werden können. Ich habe daher Geld in die Hand genommen und mir eine richtige Sonnenbrille gekauft, was ich auch Dir wärmstens empfehlen würde. Augenschutz ist genauso wichtig wie Hautschutz, wenn es um die Sonne geht.

An Mückenschutz denken

Apropos Haut: hier geht es nicht nur um Sonnenschutz, sondern auch um Schutz vor Mücken. Mückenschutzspray ist in Asien, Südamerika oder Australien auch super teuer und manchmal schwer auffindbar, jedoch brauchen wir diesen ebenso wie Sonnencreme, da Mücken anders auf unsere Haut reagieren. Ich war nach dem Amazonasaufenthalt so zerstochen wie noch nie in meinem Leben. Mir war vor Ort leider der Mückenschutz ausgegangen und natürlich gab es keinen Shop vor Ort, der so etwas anbieten könnte. Ich habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen, doch Malaria und Denguefieber sind Krankheiten, die öfter vorkommen, als wir vielleicht denken. Zum Glück hatte ich im Amazonas ein Mückennetz, unter dem ich schlafen konnte. Ohne wäre die Nacht ein absoluter Alptraum gewesen. Somit sorge immer dafür, dass Du Mückenschutz dabeihast und unter einem Netz schläfst.

Extra-Tipp: Im Herbst 2021 hat die WHO verkündet, dass es nun einen Malaria-Impfstoff für Kinder gibt. Sollte dieser auch für Erwachsene zugelassen werden, würde ich mich direkt vor der nächsten Reise impfen lassen, da Malaria-Standby-Tabletten nicht wirklich eine gute Alternative sind. Vor allem dann nicht, wenn die medizinische Versorgung Stunden entfernt ist.

Händewaschen und Desinfizieren

Schon vor Corona war das Thema Händewaschen und Desinfizieren für mich immer wichtig. Ich habe von klein auf gelernt, mir immer die Hände zu waschen, wenn ich von draußen reinkomme – auch bei Freunden oder auf der Arbeit. Desinfizieren ist meiner Meinung nach in der ersten Welt nicht unbedingt notwendig (es sei denn, es ist Pandemie), jedoch ist die Handdesinfektion auf Reisen unabdingbar. Oft sehen wir erst, wie schmutzig es in anderen Ländern ist, wenn wir den ganzen Tag alles angefasst haben und uns dann die Hände waschen und das Wasser richtig grau und braun ist – obwohl die Hände sauber aussehen. Doch wer einmal in Schwellen- oder Dritte-Welt-Ländern war, der weiß, wie dreckig jede Oberfläche sein kann. Besonders in Indien werden Hände super schnell unhygienisch. Und das, obwohl Du vielleicht nur die Tür aufgemacht, Dich im Zug festgehalten oder eine Sehenswürdigkeit besucht hast. In Indien habe ich immer Desinfektionsmittel mit, da es nicht überall Zugang zu Wasser gibt, um sich kurz die Hände zu waschen. Und glaube mir, Du wirst es auch woanders brauchen. Drum führe immer ein kleines Fläschchen mit und nutze jede Möglichkeit zum Händewaschen, wenn sich eine anbietet.

Essen und Trinken

Trinke in tropischen Gebieten mindestens zwei Liter pro Tag – besser noch mehr. Das klingt viel, doch wenn Du pro Tag eine große Wasserflasche und weitere kleine Drinks wie Ice Coffee, Smoothies oder Säfte trinkst, hast Du das Ziel ganz schnell erreicht. Trinke niemals einfach Wasser aus der Leitung, wenn Du in Schwellen- und Drittweltländern unterwegs bist. In manchen Gegenden wie Indien solltest Du das Wasser auch nicht zum Zähneputzen verwenden, da es zu verkeimt ist und Magenprobleme verursachen kann. Nur weil es klar ist, heißt es nicht, dass das Wasser auch sicher ist. Wenn Du keine andere Möglichkeit hast als Leitungswasser (zum Beispiel, wenn Du super spät wo ankommst und es nirgendwo etwas zu kaufen gibt), koche das Wasser ab.

Auch solltest Du beim Essen immer darauf achten, dass alles richtig gekocht und abgewaschen ist. Reist Du durch Länder wie Ägypten, wo dies nicht gewährleistet werden kann, esse dort, wo die Locals essen, um Essensvergiftungen zu vermeiden. Versuche, in Küchen zu schauen und vermeide es, kostenfreies Essen im Rahmen von Ausflügen zu essen, wenn dieses nicht vorher frisch gekocht wurde. Wenn Du Obst und Gemüse kaufst, kaufe dies entweder vorgeschnitten und abgepackt oder nehme es mit und wasche und schäle es selbst, bevor Du es isst.

Auf Klimaanlagen einstellen

Klimaanlagen sind für mich als tropische Sommerperson die größte unnötige Erfindung der Menschheit. Mir ist nie so heiß, als dass ich diese jemals anstellen müsste und ich kann mich zur Not mit Ventilatoren zufriedengeben – wenn es dann über 45 Grad sind. Vorher bin ich absolut fine. Für viele Menschen ist dies jedoch anders: Klimaanlagen müssen immer laufen und das auf Turbo. Egal ob in den Öffis, in Gebäuden und Dorms – Klimaanlagen ballern in der Regel so krass, dass das Zimmer locker auf 15-17 Grad auskühlt, was natürlich eine Katastrophe für die Umwelt und auch für uns Menschen ist, da es nicht gut ist, von 35 Grad Außentemperatur in einen 20 Grad kühleren Raum zu kommen. Ich habe mich sehr oft durch Klimaanlagen erkältet, sodass ich nun immer eine Jacke oder ein Tuch mitnehme, um mich anzuziehen, wenn ich reingehe.

Extra-Tipp: Besonders Busfahrten können richtig kalt werden. Ziehe Dich für längere Überlandfahrten dick an und lass Dir eine Decke geben.

Die Höhenkrankheit ernst nehmen

Zu der Höhenkrankheit kann es kommen, wenn der Aufstieg in Höhen über 2500 Metern zu schnell geschieht und der Körper sich nicht akklimatisieren kann. Der abnehmende Druck und Sauerstoffgehalt der Luft führ zu verminderter Sauerstoffsättigung des Blutes, unter dem besonders die Lunge und das Gehirn leiden. Bemerkbar macht sich die Höhenkrankheit durch Schwindel, Kopfschmerzen und Abnahme der Leistungsfähigkeit. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit. Grundsätzlich ist das Risiko der Höhenkrankheit für alle gesunden Erwachsenen gleich – egal wie alt oder wie fit sie sind. Vermieden werden kann die Höhenkrankheit durch einen Ruhetag und den leichten Aufstieg: in Peru kannst Du zum Beispiel eine Route nach Machu Picchu entwickeln, welche Dich langsam aber sicher immer höher fahren lässt. Apropos Peru: die Höhenkrankheit war dort am präsentesten. Nimm Dir unbedingt genug Zeit mit nach Cusco, da es dort noch viele andere tolle Dinge zu erleben gibt. Sieben bis zehn Tage sind ideal.

Kleine Reiseapotheke statt Riesenvorrat

Ich habe mich nach Jahren auf Reisen inzwischen gegen eine prallgefüllte Reiseapotheke entschieden, da diese oft einfach nicht gebraucht wird und es überall Apotheken gibt, in die Du gehen kannst. Ich habe inzwischen nur noch Kopfschmerztabletten, Tiger Balm, ein Fieberthermometer, Pflaster und Kondome dabei. Alles andere kaufe ich vor Ort. Denn nur, weil Du auf einem anderen Kontinent unterwegs bist, heißt das nicht, dass Du plötzlich Unfälle hast, mehr krank wirst als normal und mehr Medikamente brauchst als Zuhause.

 

Welche Tipps zur Gesundheit auf Reisen fallen Dir noch ein?

Deine

 

Bildquelle: Pixabay

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