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Zerschnittene DKB-Karten.

Die richtige Kreditkarte finden, war früher gar nicht so einfach: zu viele Banken erhoben Gebühren, die wir uns als Studierende nicht leisten konnten. Die Deutsche Kreditbank (DKB) hatte damals als einzige Bank Abhilfe geschaffen, indem Sie eine kostenlose Prepaid-Kreditkarte mit kostenloser Abhebefunktion anbot, auf die wir alle zurückgreifen konnten. Leider sind die goldenen Jahre der DKB vorbei und inzwischen wurde die Bank von vielen anderen Banken eingeholt und abgehängt. Im Januar 2019 schwor ich der DKB dann auch nach einem Vorfall ab, der meine ganze Reise beeinträchtigte: ich verlor meine Kreditkarte in Südamerika und konnte nicht auf die Hilfe der DKB hoffen, ganz im Gegenteil. Die DKB hat mir mein Leben schwer gemacht, mir meine Reise versaut und mich ohne Geld am anderen Ende der Welt sitzenlassen. Und das, obwohl ich eigentlich Anspruch auf eine Ersatzkarte und Notfallbargeld gehabt hätte! Doch lese selbst…

Was die DKB zu einer schlechten Bank macht

Umstellung auf „Aktivkundenstatus“

Die DKB hat vor geraumer Zeit beschlossen, dass die Kreditkarte nur noch für diejenigen kostenlos sein soll, die auch mindestens 700€ pro Monat einzahlen. Was einst als Kreditkarte für jeden – auch für Studierende und Auslandsdeutsche – war, wurde so zum Exklusivprodukt, welches sich erst verdient werden muss. Gerade für Studierende und auch für mich als Auslandsdeutsche mit einem Hauptkonto in Großbritannien war das ein Schlag ins Gesicht, denn die 700€ haben wir nicht einfach so zur Hand. Wer den „Aktivkundenstatus“ jedoch nicht hat, der kann auch nicht mehr kostenlos im Ausland abheben und hat auch keinen Anspruch mehr auf das Notfallpaket, welches gerade bei Auslandsreisen eventuell mal gebraucht werden muss. Doch keine Sorge: auch als tatsächlicher Aktivkunde bist Du im Ausland im Notfall mit einem Konto bei der DKB verloren – ich komme gleich noch dazu, wieso. In jedem Falle musste ich dann meine Eltern bzgl. des „Aktivkundenstatus“ bitten, am ersten eines jeden Monats 700€ ein- und am zweiten des Monats wieder an sich auszuzahlen, damit ich die Kreditkarte als Vielreisende weiterhin nutzen konnte. Eine absolute Frechheit!

Leere Taschen. Quelle: Pixabay

Grottenschlechter Kundenservice

Als ich mein Konto vor vielen Jahren bei der DKB eröffnete, wurde Service noch großgeschrieben. Auf Mails wurde sofort zügig geantwortet und Anrufe wurden nach wenigen Minuten angenommen und erfolgreich bearbeitet. Doch das änderte sich schleichend, denn die DKB beschäftigt inzwischen weitaus weniger Mitarbeiter*innen im Kundendienst als je zuvor. Auf die einfachsten Email-Antworten musste ich nun bis zu drei Tagen warten – und das bei einer Bankangelegenheit! Es geht hier nicht um Fragen zu Urlauben oder Einkaufsgutscheinen; nein – es geht um mein Geld, mein Vermögen. Da kommt es einfach auf Service an! Selbst Amazon hat einen besseren Kundenservice, wobei es da nur um Einkäufe geht!

Wenn ich den Service versuchte telefonisch zu erreichen, wurde dreister Weise sogar nach wenigen Minuten in der Warteschleife einfach der gesamte Anruf beendet – sogar unter der Notfallnummer, die ich verzweifelt mehrfach anwählen musste. Leider machte ich dann auch die Erfahrung, dass die Mitarbeiter*innen schlecht bis gar nicht geschult wurden, sodass ich im Verlaufe meiner Notfallgespräche mit drei Mitarbeitern drei (!) verschiedene Antworten bekam. Kurzum: die DKB hat versagt.

Mein Erlebnis: Kreditkarte in Südamerika verloren

Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich meine Notfallsituation, die so noch nie zuvor passiert ist. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie eine Bankkarte verloren, doch leider ist mir in Peru die Karte beim Einkaufen abhanden gekommen. Natürlich war diese dann auch nirgendwo mehr aufzufinden und ich musste die Karte sperren lassen. Nun wählte ich die Notrufnummer, die natürlich wie zuvor auch alle Anrufe nach etwa zwei Minuten terminierte. Nach anderthalb Stunden Verzweiflung und ständigem Neuwählen erreichte ich dann endlich einen Mitarbeiter. Dieser versicherte mir, dass ich sofort eine neue Kreditkarte bekäme und binnen 24 Stunden wieder angerufen werde. So hätte ich das auch erwartet, doch nein, so kam es leider nicht.

Ich wartete also bis zum nächsten Tag und ich bekam weder eine E-Mail, noch einen Anruf. Ich musste mich also wieder durch die Notfallhotline quälen – dieses Mal knapp zwei Stunden, bis ich endlich jemanden an der Strippe hatte. Dieser Mitarbeiter sagte dann daraufhin, dass ich nicht so schnell eine Kreditkarte bekommen könnte und dass sein Kollege das Falsche erzählt habe. Ich müsste drei Wochen warten und sie würden die Karte dann in mein nächstes Hostel senden. Als ich daraufhin fragte, ob das denn die Notfallkreditkarte ist, die auf der Website beschrieben ist, bejahte er dies. Doch diese bezöge sich nur auf die europäischen Länder, nicht auf andere Kontinente. Und sie brauche eben drei Wochen, nur binnen Deutschland wären es zwei Tage.

Das Notfallpaket wird auf der Website der DKB so beschrieben:

„Bei Kartenverlust im Ausland sind Sie bestens abgesichert. Wir versorgen Sie bei Bedarf schnell mit einer Notfallkarte oder mit Notfallbargeld. In die meisten Länder erfolgt die Zustellung per Kurier innerhalb von 48 Stunden. Für unsere Aktivkunden ist die Lieferung kostenlos. Kunden ohne regelmäßigen Geldeingang von mindestens 700 Euro monatlich erhalten die Notfallkarte für 180 Euro und Notfallbargeld für 150 Euro je Abruf.“ Hier geht es zur Quelle

Dies ist schlichtweg: gelogen. Der Mitarbeiter machte mir deutlich, dass ich leider nicht sofort eine Karte bekommen könnte. Schließlich fragte ich nach Notfallbargeld oder einer Möglichkeit, meine Girokarte zu nutzen. Hier wurde alles verneint mit der Begründung, dass meine Konten gesperrt seien und es eben kein Geld gibt, worauf ich zurückgreifen kann – somit auch nicht auf Notfallbargeld. Dabei hatte mein Konto zu dem Zeitpunkt noch etwa 5000€ drauf! Der Mitarbeiter hatte außerdem keine Möglichkeit Geld umzuschichten, dieses vom Girokonto zu entnehmen oder auf dem Girokonto ins Minus zu gehen (es wäre ja kurzzeitig wieder auszugleichen). Es gab schlichtweg keine Möglichkeit für mich, irgendeinen „Notfallservice“ in Anspruch zu nehmen. Das Gespräch endete mit dem Versprechen, dass ich morgen auf jeden Fall angerufen werden würde – auch wieder ein Versprechen, was gebrochen wurde.

Sitzende Frau. Quelle: Pixabay

Nun wartete ich wieder einen Tag und das Bargeld war mir ausgegangen. Inzwischen war ich verzweifelt! Natürlich wurde ich wieder nicht angerufen und auch nicht per Email kontaktiert, sodass ich nun wieder die Notfallnummer anrufen musste. Dieses Mal wartete ich „nur“ 45 Minuten, doch dann folgte ein Gespräch, was ich bis heute nicht begreifen kann: ein anderer Mitarbeiter war dieses Mal dran und reagierte auf meine Frage nach der Verschiffung der neuen Karte mit einem Lachen. Er meinte, er könne die Karte nur zu meinen Eltern nach Deutschland (!) senden, da Peru ein „Dritte-Welt-Land“ sei und man dort aus Sicherheitsgründen nichts hinsenden dürfe. Kannst Du Dir das vorstellen?! Wie kann jemand nur so verirrt sein und dies im Namen einer angeblich seriösen Bank sagen?

So saß ich am anderen Ende der Welt ohne Geld und wusste nicht wohin. Nach einer kleinen Diskussion und vielen Fragen bat ich den Mitarbeiter schließlich, die Karte eben zu meinen Eltern nach Deutschland zu senden. Ich hatte keine Chance! Nachdem ich 20 Minuten geweint hatte, fiel mir ein, dass mir eventuell die Visa-Notfallhotline aus den USA helfen konnte. Und siehe da: mir wurde geholfen! Die Mitarbeiterin ging nach einem Mal klingeln ran und nahm sich für mein Anliegen Zeit. Sie informierte mich, dass ich über die Western Union Geld mit meinem Reisepass abholen könnte, was meine Eltern mir herübersenden können. Es gab dafür ein spezielles Konto der Western Union, wo in Euro eingezahlt und in Sol ausgezahlt werden konnte. Sie gab mir alle Informationen und Adressen und schließlich konnte ich endlich am nächsten Morgen mein Bargeld in Empfang nehmen – gerade rechtzeitig zu meiner Weiterreise. Davon hatte die DKB derweil kein Sterbenswörtchen verraten! Mir wurde einzig und allein klar gemacht, dass ich eben Pech gehabt hatte und an kein Geld herankommen könnte.

Das Ende vom Lied

Meine neue Kreditkarte traf dann nach drei Wochen Bearbeitungszeit (!) bei meinen Eltern ein. Diese sandten die Karte zu meinem Freund nach London, da dieser drauf und dran war, mich zu besuchen. So erhielt ich dann in Argentinien meine Kreditkarte zurück, die ich zwei Monate (!) zuvor verloren hatte. Einfach unglaublich! Während der zwei Monate ohne die DKB-Karte hatte ich zumindest zwei Ankerpunkte, auf die ich mich verlassen konnte: Western Union Schecks und mein britisches Bankkonto. Dieses hatte ich zuvor gekündigt und konnte es am Telefon (!) ganz einfach wiedereröffnen. Per TransferWise transferierte ich dann mein Geld von dem inzwischen wieder geöffneten deutschen Konto auf mein britisches Konto und hatte nun im Falle des Falls eine 100% verlässliche Bank, die mir sogar das Konto am Telefon über zwei Kontinente hinweg zurück eröffnet hatte. Wenn da was passiert wäre, hätte ich sicherlich noch am selben Tag eine Notfallauszahlung und am nächsten Tag eine neue Karte erhalten. Britische Banken wissen nämlich, dass Peru kein Dritte-Welt-Land ist.

Fazit

Wer mit der DKB fährt, der ist im Ernstfall verloren. Und genau darauf kommt es an: wenn ich um die Welt reise, kann immer mal etwas passieren. Es passiert zwar nicht oft, aber wenn, dann brauchst Du vernünftige Ansprechpartner*innen und auch sofortige Hilfe. Wer erst stundenlang am Telefon warten muss (sofern Du noch Skype-Kredit hast!), per Email überhaupt gar keine Antwort und dann noch pro Mitarbeiter eine andere Aussage bekommt, der kann eigentlich gleich das Handtuch werfen. Schade! Die DKB hat sich von einer kompetenten Bank zu einem unseriösen Larifari-Verein entwickelt, wo das Geld und die Sorgen der Kunden wie beim Monopoly einfach verzockt werden. Hauptsache, der Aktivkunde hat mindestens 700€ eingezahlt und wenn nicht, dann wird an allen Ecken und Enden abgezockt: 25€ für einen neuen PIN, 180€ für eine Notfallkarte, die bis zu drei Wochen braucht und 150€ pro Abruf des Notfallgeldes, falls es dann überhaupt abgerufen werden kann. Quelle

Wenn Du eine tolle Bank suchst, dann empfehle ich Dir die ComDirect. Über diese werde ich in Kürze einen Artikel verfassen, damit Du Dir dort gleich Dein Konto eröffnen kannst. Hier wirst du weder „Aktivkunde“ sein müssen, noch etwas für Deine Kreditkarte zahlen.

Ich wünsche Dir frohe Weihnachten!

Deine

 

Bildquellen

Titelbild: Aufnahme von Polly Grewenig

Weitere Bilder: www.pixabay.com

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