Heute geht meine Serie „Coronaferien“ mit dem vierten und letzten Beitrag zu Ende. Inzwischen hast Du etwas über die schönsten Reiseziele in Nord-, Ost- und Westdeutschland gelernt und bestimmt den ein oder anderen Ort auf die Liste gesetzt. Nun geht es heute um das bezaubernde Süddeutschland, welches mit traumhaften Naturzielen und historischen Städten auf Dich wartet. Ich fand den Süden Deutschlands immer wunderschön – und das Wetter ist traumhaft noch dazu! Hier warten nicht nur Weinberge, Fachwerkhäuser und große Seen auf Dich, sondern auch Mega-Freizeitparks, Berglandschaften und belebte Metropolen auf Besucher*innen, die Deutschland einmal aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen möchten. Ich stelle Dir im letzten Teil meiner Serie nun die schönsten Orte in Süddeutschland vor, wobei ich wieder die größte Stadt ausgelassen habe: München. Denn auch hier gilt, dass eigentlich jede*r Reisende einmal im Leben dorthin fährt – sei es für Sightseeing oder zum Oktoberfest.

1. Konstanz am Bodensee, Baden-Württemberg

Als ich im Juli spontan nach Zürich geflogen bin, um mich im Vorarlberg in Österreich tätowieren zu lassen, konnte ich natürlich nicht darauf verzichten, einmal nach Konstanz zu fahren. Mit dem Flixbus von Zürich in weniger als einer Stunde und für nur fünf Euro pro Ticket erreichbar, erlebte ich Konstanz als eine der schönsten Städte in ganz Deutschland. Hier ließ ich mich gleich von den historischen Fachwerkhäusern und dem Charme einer – für mich – kleinen Stadt mit süßen Lädchen und Kopfsteinpflasterstraßen um den Finger wickeln. Die Altstadt, die eine reine Fußgängerzone ist, ist in einer Stunde erkundet, sodass Du danach Zeit hast, ein Spaghetti-Eis zu schlemmen oder Aperol Spritz zu trinken. Die Highlights der Altstadt, welche der Konstanzer Münster und das Konzilgebäude sind, liegen in unmittelbarer Nähe. Wunderschön ist natürlich auch der Bodensee, der in wenigen Minuten zu Fuß erreicht werden kann. Das Wasser ist glasklar und die Aussicht herrlich: im Hintergrund ragen historische, typisch europäische Wohnhäuser auf und am Horizont schippern die Segelschiffe und Tretboote umher. Der größte See unseres Landes lädt nicht nur zu einer Schifffahrt oder zum Tretbootfahren ein, sondern auch zum Radfahren oder Chillen am Ufer. Gerade an dem Samstag, als ich dort war, waren alle Bänke belegt. Du kannst ebenfalls die Blumeninsel Mainau besuchen, die im Bodensee liegt.

2. Württemberger Weinstraße

Wer Lust hat auf einen Mix aus wunderschöner Natur, gutem Essen und Wein, für den empfiehlt sich ein Tagesausflug entlang der Württemberger Weinstraße. Die Weinstraße führt auf über 500 Kilometern durch alle Weinregionen des Bundeslands und führt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, beispielsweise an romantischen Schlössern und mittelalterlichen Burgen. Die Weinstraße beginnt in Oberstetten im Taubertal und führt entlang der Flussufer durch eine malerische Hügellandschaft bis in den Süden der Schwäbischen Alb. Die Straße führt übrigens auch durch Städte wie Stuttgart, Ludwigsburg und Heilbronn, sodass du Dir auch noch Städte ansehen kannst, wenn Du Lust auf eine Abwechslung hast.

3. Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg

In Freiburg war ich das letzte Mal vor 13 Jahren, als ich nach dem Abitur mit einem Kumpel durch Deutschland gereist bin. Freiburg hat mir wunderbar gefallen, da die Stadt nicht nur historisch ist, sondern auch mit ihrem stetigen Grün begeistern. Aufgefallen sind mir auch sofort die vielen Bäche, die neun Kilometer durch die Stadt fließen und dazu einladen, das Wasser in Ruhe zu betrachten oder einfach mal die Füße ins kühle Nass zu stecken. Freiburg besitzt bemerkenswerte Gebäude aus allen Epochen der Stadtgeschichte, wie das Münster, das Historische Kaufhaus oder auch die noch erhaltenen mittelalterlichen Stadttore. Freiburg eignet sich perfekt für einen Wochenendtrip, denn hier ist das Leben entspannt. Was sich auch gut eignet, ist ein Ausflug in die umliegenden Regionen Freiburgs. Ich bin damals zum Europa-Park gefahren, der mir mehr gefallen hat als der Heide Park in Soltau. Auch haben wir einen Ausflug nach Colmar im Elsass in Frankreich gemacht, was Du auf keinen Fall verpassen solltest. Hier locken Fachwerkarchitektur, ein durch die Stadt fließender Fluss und leckere Flammkuchen, die Dein Herz höherschlagen werden lassen. Für alle waldbegeisterten gibt es dann natürlich noch den Schwarzwald, den ich Dir nun vorstellen werde.

4. Schwarzwald, Baden-Württemberg

Der Schwarzwald ist Deutschlands höchstes und größtes Mittelgebirge. Es lockt nicht nur mit traumhafte Waldwanderwegen, mittelalterlichen Städten oder Schwarzwälder Kirschtorte, hier gibt es auch tolle Möglichkeiten für Wellness- und Winterurlaub. Der Schwarzwald ist mit seinen 6000 Quadratkilometern zu jeder Jahreszeit ein Genuss! Auch Mountainbike-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, denn hier kannst Du sage und schreibe 8500 Kilometer per Rad erkunden. Es gibt auch schöne Ausflugsziele für Familien, wie etwa der Barfußpark in Dornstetten. Wer lieber mit Schuhen wandern möchte, der kann den Alpine Pfad am Felsberg erkunden, welcher einer der höchsten Wanderwege im Schwarzwald ist. Wer noch mehr möchte, der kann den ältesten Höhenwanderweg Deutschlands bewandern, welcher von Pforzheim nach Basel führt und als „Westweg“ bekannt ist. Neben dem malerischen Freiburg gibt es dann noch Städte wie Gersbach oder Bad Wildbad im Schwarzwald zu erkunden. Besonders Bad Wildbad ist hier interessant, denn hier gibt es neben einer Hängebrücke auch noch einen Baumwipfelpfad und eine Sommerbergbahn.

5. Heidelberg, Baden-Württemberg

Heidelberg steht noch ganz oben auf meiner Liste von Sehenswürdigkeiten, die ich unbedingt sehen muss! Die Großstadt am Neckar dürfte vielen durch das wunderschöne Schloss bekannt sein. Dieses ist eine der bekanntesten Ruinen Deutschlands und das Wahrzeichen der Stadt. Die rote Schlossruine hebt sich 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königsstuhls und ist von der Altstadt aus zu sehen. Interessant ist auch, dass die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt während des zweiten Weltkriegs nicht zerstört wurde. Daher ist die barocke Altstadt auch noch so gut erhalten. Diese hat übrigens mit 1,6 Kilometern Länge eine der längsten Fußgängerzonen in Europa und beherbergt zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude, wie etwa das Rathaus, die Karl-Theodor-Brücke und das Haus zum Riesen. Heidelberg ist besonders zur Adventszeit schön, wenn all die Weihnachtsmärkte aufgebaut sind und das Schloss und weitere Denkmäler beleuchtet werden.

6. Tübingen, Baden-Württemberg

Tübingen ist eine klassische Universitätsstadt am Neckar, nur 30 Kilometer von Stuttgart entfernt, was sie zu einem schönen Wochenendausflugsziel macht. Tübingen wartet mit einer vollständig erhaltenen Altstadt, vielen Fachwerkhäusern, engen Gassen und der bekannten Neckarfront mit dem Hölderlinturm, welches eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt ist. Neben klassischen Kirchen und Klöstern gibt das Schloss Hohentübingen, das Goethehäuschen und ein Stadtmuseum zu besichtigen. Tübingen lockt mit relaxtem Ambiente, gutem Essen und einem Glas Wein aus der Region. Bis ins 19. Jahrhundert war der Weinbau für die Tübinger*innen von größter Bedeutung. Dieser wurde jedoch eingestellt, da der Anbau hochwertiger Weine nicht mehr möglich war. Dennoch sind an den Südseiten von Schlossberg, Spitzberg und Schnarrenberg noch heute die Terrassierung der Hänge aus den Tagen des Weinbaus erhalten, was schön anzusehen ist.

7. Schloss Neuschwanstein, Bayern

Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Bayern ist und bleibt für mich das Schloss Neuschwanstein, wo ich es unglaublicherweise immer noch nicht hingeschafft habe! Das für Herbst 2021 auf meiner Liste stehende Märchenschloss bei Füssen in Hohenschwangau wurde ab 1869 für den bayrischen König Ludwig II als idealisierte Vorstellung einer Ritterburg aus dem Mittelalter errichtet. Jährlich strömen etwa 1,5 Millionen Besucher*innen zum Schloss, um es zu besuchen. Die Architektur und die Innenausstattung sind vom romantischen Eklektizismus des 19. Jahrhunderts geprägt, was dem Schloss dazu verholfen hat, in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes zu gelangen. Aktuell kostet der Eintritt für Erwachsene 13 Euro, ermäßigt 12 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen das Schloss kostenfrei besuchen. Es gibt darüber hinaus ein Kombiticket namens „Königsschlösser“, welches nicht nur Neuschwanstein, sondern auch das Schloss Linderhof und Herrenchiemsee miteinschließt. Dieses kostet 26 Euro. Wer kann bei den günstigen Preisen noch warten? Los geht’s!

8. Rothenburg ob der Tauber, Bayern

Rothenburg ob der Tauber ist eine mittelfränkische Kleinstadt im Landkreis Ansbach, die so bekannt ist, dass sie sogar meine indischen Freunde kennen. Die mittelalterliche Altstadt ist mit ihren kleinen Gässchen, Türmen und Fachwerkhäusern so gut erhalten, dass sie mit vielen Baudenkmälern und Kulturgütern daherkommt. Der historische Stadtkern ist von einer begehbaren Stadtbefestigung umgeben und außerdem in die Landschaft des Flusstals der Tauber eingebettet. Da die Landschaft kaum verbaut ist, kommt die Kleinstadt einem Postkartenmotiv gleich: vor allem im Winter ist es hier wunderschön! Rothenburg ist außerdem als Weinort bekannt. Es gibt einen Rebsortenweg mit über 120 verschiedenen Sorten, die gelernt werden wollen; außerdem gibt es ein Weingut und viele Weinschänken, die Du besuchen kannst. In der Umgebung gibt es zahlreiche Wander- und Radwege, von denen der Taubertalradweg der bekannteste ist. Für mich steht auch dieser Ort ganz oben auf meiner Sehnsuchtsliste Deutschland.

9. Starnberger See, Bayern

2011 war ich zum ersten Mal in München und auf dem Oktoberfest. Natürlich konnte ich es mir da auch nicht nehmen lassen, den Starnberger See zu besuchen, da dieser nur 25 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt liegt. Der fünftgrößte See Deutschlands besticht mit türkisklarem Wasser und mit einem reichhaltigen Angebot an Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Hier kann nicht nur in schönen Hotels, auf Campingplätzen oder in Gästehäusern übernachtet werden, hier kannst Du tagsüber am Ufer chillen und lesen oder Bier trinken, wandern gehen und Radfahren. Es gibt einen Badeplatz zwischen Niederpöcking und Possenhofen namens „Paradies“, wo außerdem gegrillt werden und Volleyball gespielt werden kann. Es gibt Möglichkeiten zum Windsurfen, zum Segeln, zum Tauchen, Wasserskifahren und zum Bootfahren. Boote ausleihen kannst Du Dir zum Beispiel in Feldafing oder Seeshaupt.

10. Nürnberg, Bayern

In Nürnberg war ich das letzte Mal vor sage und schreibe 16 Jahren. Ich erinnere mich noch, dass mir besonders die Architektur und die alternativen Lädchen gefallen haben. Die Großstadt in Mittelfranken ist nach München die größte Stadt Bayerns und begeistert mit ihren Fachwerkhäusern und der Weißgerbergasse. Es gibt einen Rosengarten, eine Liebesinsel, ein Katzencafé und die Schütt-Insel, die besonders im Sommer beeindruckt. Dorthin gelangst Du über die Museumsbrücke, die dann in Sandstrand und Strandbar mündet. Die Nürnberger Altstadt ist ebenso wichtig zu besuchen wie die historische Meile und auch die Nürnberger Burg. Wer übrigens lieber im Winter kommen möchte, der darf den bekannten Christkindelsmarkt nicht verpassen, auf dem die Lebkuchen noch besser schmecken als daheim. Aufwärmen kannst Du Dich dann im Germanischen Nationalmuseum, welches ebenfalls einen Besuch wert ist.

11. Nationalpark Bayerischer Wald, Bayern

Der Bayerische Wald ist eine der größten Waldgebiete Europas und der älteste Nationalpark Deutschlands. Hier kannst Du nicht nur im Winter gut Skilaufen, Du kannst auch im Sommer wandern gehen. Es gibt einfache bis anspruchsvolle Tourpfade mit großen Höhenunterschieden zu bewältigen, von denen der längste Fernwanderweg der Goldsteig ist, der über 660 Kilometer lang ist. In der Ortschaft Bodenmais kannst Du Dir übrigens sogar einen Wasserfall anschauen: die Rißlochwasserfälle sind die größten Wasserfälle in der Region und eine tolle Belohnung nach einem langen Wandertag! Darüber hinaus kannst Du eine Kanutour durch das „Bayerische Kanada“ unternehmen, welche die Flussregion am Schwarzen Regen von Zwiesel nach Viechtach beschreibt. Ein Ausflug hier hin eignet sich besonders für tolle Familienwanderungen, die dann im Nationalparkzentrum von Falkenstein enden können.  

12. Bad Reichenhall, Bayern

Bad Reichenhall dürfte vielen wohl bekannt sein als Kur- und Urlaubsort, denn seit 1890 trägt dieser den Zusatz „Bad“ im Namen. 1899 wurde der Stadt sogar das Prädikat eines Königlich Bayerischen Staatsbads verliehen. Die ersten errichteten Gebäude des Kurbetriebs sind das Hotel Axelmannstein, die Kur-Apotheke und der Kurgarten, der über ein Grenadierhaus sowie eine Konzerthalle verfügt. Direkt am Kurgarten liegt das Königliche Kurhaus, welches ebenfalls einen Besuch wert ist. Auch gibt es in Bad Reichenhall eine Seilschwebebahn, welche die älteste original erhaltene Seilbahn der Welt ist. Sie wurde 1928 in Betrieb genommen und ist unter „Predigtstuhlbahn“ bekannt. Von dieser aus hast Du einen traumhaften Blick über die Stadt! Der Kurort in Oberbayern ist übrigens auch für sein Alpensalz bekannt, welches unter den Speisesalzen besonders beliebt ist.

13. Chiemgau, Bayern

Der Chiemgau liegt im Südosten von Oberbayern und umfasst die Gebiete des Landkreises Traunstein und Rosenheim. Im Chiemgau liegt auch der bekannte Chiemsee, welcher der drittgrößte See in Deutschland ist. Er verfügt über drei Inseln: die Herreninsel, die Fraueninsel und die Krautinsel, die bewohnt sind. Der Chiemsee stellte schon damals ein reizvolles Motiv für Maler*innen dar, weswegen er oft auf Leinwänden auftauchte. Für Aktive gibt es hier natürlich auch wieder verschiedene Wassersportarten wie etwa Rudern oder Segeln zum Ausprobieren. Im Chiemgau kannst Du aber auch wandern gehen, beispielsweise im Süden in den Chiemgauer Alpen. Die Region zählt zu den schönsten Regionen Europas und wird Dich bestimmt nicht enttäuschen! Du kannst im Chiemgau auch mit Alpakas spazieren gehen oder Fußballgolf spielen – richtig, Fußballgolf. Was das ist?! Erfahre es bei Deinem Besuch!

Deine

Bildquelle: Bild 1 – Privataufnahme (2020), ab Bild 2: Pixabay

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