Nun ist es also schon wieder Dezember – Zeit für die nächste Ausgabe der seit November monatlich erscheinenden Stadtgefühle und zugleich die letzte Episode für das Jahr 2019. Ein ganzes Jahrzehnt wird nun in weniger als zwei Wochen verabschiedet, was für mich genauso überraschend kommt wie für viele andere Menschen. Wo ist bloß die Zeit geblieben? Hoffen wir mal, dass wir diese gut genutzt haben, denn die Zwanziger werden bestimmt ganz anders als die Zehner!

Liste abgehakt und Rucksack gepackt: auf nach Asien

Zum Jahresende gab es bei mir noch alle Hände voll zu tun. Nicht nur mussten Dinge für 2020 organisiert werden, auch musste ich neben dem Bürojob noch eine ganze Menge an privaten Dingen abarbeiten, die eine Freundin immer gerne Life Admin Stuff nennt. Wie passend! Ich finde es immer noch atemberaubend wie mühselig es ist, ein einfaches und erfolgreiches Leben zu führen. Ohne harte Arbeit auch im Privatleben erreichen viele Menschen ihre hochgesteckten Ziele nicht. Oft haben mich Leute gefragt, wie ich denn meine Lebensziele wie einen Uniabschluss oder eine Weltreise so scheinbar mühelos erreicht habe und wieso ich es schaffe, 2020 sieben Mal zu verreisen (UK-Trips und Deutschland-Trips nicht mitgerechnet) und nebenbei wieder auf ein Festival zu fahren. Die Antwort: harte Arbeit! Nur wer an allen Fronten gleichzeitig steht, der kann auch alles erreichen. Aber von selbst wird es sicherlich nicht kommen… Nun hat die Mühe jedoch erstmal ein Ende, denn ich stehe kurz vor der Abreise nach Indien. Während ich diese Zeilen tippe, wurden die letzten Kleinigkeiten erledigt und nun muss ich nur noch anderthalb Tage arbeiten, bis die Entspannung mit einem deutschen Vorweihnachtsessen mit meiner südafrikanischen Familie beginnt. Asien, wir kommen!

Ein Rückblick auf das Jahr 2019 und auf ein ganzes Jahrzehnt

Zum Jahresende nehme ich mir traditionell immer einen Abend, wo ich über das vergangene Jahr nachdenke. Was habe ich geschafft? Wo muss ich noch dran arbeiten? Wie sind die Menschen drauf, die mich umgeben; sind sie die richtigen Personen, die ich in meinem Umfeld brauche? Läuft meine Beziehung gut oder müssen wir etwas verändern? Bin ich zufrieden mit meiner Wohnsituation, mit meiner Arbeit und meinem Fortkommen im Leben? Diese Stunden der Reflexion sind entscheidend für jedes neue Jahr, denn nur so kann ich wachsen und meine persönlichen Ziele erreichen, die mich glücklich machen. 2019 war für mich ein Wahnsinnsjahr, denn passend zu meinem 30. Geburtstag hat sich alles verändert – wie ich es immer vorausgeahnt hatte. Die 30 ist eine große Zahl und hat einen maßgeblichen Einfluss auf meine Handlungen und Wünsche. Doch nicht nur das neue Lebensjahrzehnt ist angebrochen, auch habe ich meine Weltreise offiziell nach dreieinhalb Jahren beendet. Wo ich in den ersten vier Monaten des Jahres noch in Südamerika und der Antarktis herumgeturnt bin, sitze ich jetzt in meinem bisher besten Job meines Lebens in London und genieße die Zeit mit meinem Partner, meiner Familie, Freunden und neuen Herausforderungen. Ich verfolge neue und alte Hobbies, habe eine schöne Wohnung gefunden und kann nun endlich auch einmal sacken lassen, wie wunderbar die letzten Jahre waren. Mein Leben hat sich mal wieder komplett verändert, doch die Richtung ist immer gleichgeblieben: es geht nach oben, nicht nach unten. Persönliche Entwicklung ist das einzige, was einen wirklich im Leben vorankommen lässt!

Auch bringt der Jahreswechsel eine andere Reflexion mit sich, denn ein ganzes Jahrzehnt wird in Kürze enden. Wahnsinn! Dabei war doch gerade erst der Jahrzehntwechsel von 2009. Wenn ich daran denke, wie das vorherige Jahrzehnt im besagten Jahr 2009 zu Ende ging, fällt mir vor allem eines auf: persönlicher Wachstum. Ich habe zwischen 2009 und 2019 alles erreicht, von dem ich immer geträumt habe – harter Arbeit und viel Disziplin sei Dank! Ich habe innerhalb eines Jahrzehnts mein Abitur bestanden, einen Bachelorabschluss erworben, bin Zuhause ausgezogen, hatte meine wunderbare erste Traumwohnung mit toller Einrichtung und Blick auf den Fernsehturm in Berlin; ich habe neue Hobbies und Interessen verfolgt, tolle Freunde gefunden, bin der Liebe mehr als einmal begegnet und schließlich habe ich auch meine Bucketlist weiter abhaken können und bin um die ganze Welt gereist. Das Wort Langeweile war und bleibt mir immer noch fremd, denn es gibt so viele tolle Möglichkeiten mitzunehmen und atemberaubende Erfahrungen zu machen! Die letzten zehn Jahre machen mich nicht nur glücklich, sondern auch stolz.

Wenn Weihnachtsstimmung trotzdem ausbricht

Ich muss zugeben, dass ich Weihnachten nie wirklich mochte, da mir das ganze Geheuchele so auf den Keks gegangen ist wie der Konsumüberdruss, der schon generell in unserer Gesellschaft zu extrem ist. Doch früher war ich ziemlich anti gegen alles, heute bin ich komplett liberal. Für mich war Weihnachten auch immer schwierig, da ich im Winter so sehr unter der Dunkelheit und dem ständigen Frieren leide, dass ich mich eigentlich immer nur freue, wenn dieser wieder vorbei ist. Doch auf der Insel hier ist es einfach anders. Wer in Großbritannien – vor allem in London – lebt der weiß, dass die Briten*innen total auf Weihnachten abfahren und hier wird überhaupt nicht geheuchelt. Hier geht es um Beisammensein mit lieben Menschen – und das ist schön.

Alles wird im großen Stil geschmückt und jede noch so kleine Straße blinkt und leuchtet in voller Pracht. Überall laufen Weihnachtslieder rauf und runter und die Geschäfte platzen aus allen Nähten, da jeder unterwegs ist. Es wird auf Weihnachtsmärkten Glühwein getrunken, mit den Kindern Schlittschuh gelaufen; es werden massenhaft Mince Pies und Yule Logs gekauft und am Weihnachtspullovertag tragen alle ihre kitschigen Pullis – sogar die Manager im Anzug. Ich fand das anfangs nicht sonderlich spannend, doch mittlerweile hat mich das Weihnachtsfieber gepackt. Ich habe mich nach einem erneut übersprungenen Winter auf einmal pudelwohl inmitten der Weihnachtsfreaks gefühlt und mich allem einfach mal hingegeben. Und was soll ich sagen? Mit meiner Yule Log, Bailey’s Hot Chocolate und meinem Weihnachtspullover macht der klirrkalte Winter auf einmal so viel Sinn! Und so viel Freude. Mit der Familie zusammensitzen und kitschige Weihnachtsfilme schauen, ist auf einmal alles, was ich nach Halloween machen will. Und es fühlt sich fantastisch an!

2020: das Jahr der neuen Hobbies und Fähigkeiten

Nachdem ich 2020 reisetechnisch bis auf spontane Trips nach Deutschland und im UK vollends verplant bin, nahm ich mir vor, mal in meine Hobbies- und Interessenliste zu schauen. In dieser Liste stehen Dinge wie Hindi lernen, Tai-Chi ausprobieren, lernen, wie Torten richtig geschichtet und dekoriert werden und noch so viel mehr. Ich habe mich dann endlich dazu entschieden, dass ich diese Liste anpacke, denn wo sonst als in London kann ich all diese Dinge ausprobieren und erlernen? Bei fast zehn Millionen Einwohnern ist die Stadt mit 270 Nationen und über 300 Sprachen mehr als nur multikulturell. Hier wird einfach alles angeboten, was sich gewünscht werden könnte. Somit habe ich mich kurzerhand zum Bauchtanzen angemeldet, wo ich meine arabisch-afrikanischen Tanzwünsche umsetzen kann. Alles Weitere kommt danach, denn mit meinem Arbeits- und Gympensum kann ich nur eins nach dem anderen angehen.

Auch möchte ich 2020 einfach mehr Zeit für meine anderen Hobbies haben: Yoga, Meditation, Lesen und vor allem für das Schreiben. Ich will nicht nur mehr bloggen, sondern auch mein zweites Buch beginnen. Doch neben einem Vollzeitjob und dem stundenlangen Pendeln ist das nicht so ganz leicht. Im Beruf will ich ebenfalls hoch hinaus, denn die erste Beförderung steht im Frühjahr ins Haus. Nachdem ich nach Jahren des Reisens endlich einen so gut bezahlten Job gefunden habe, wie ich ihn in Berlin niemals bekommen hätte, hat die Arbeit auch oberste Priorität – denn am Ende jedes Sparens steht schließlich eine neue Weltreise! Ich bin schon gespannt, wie ich 2020 alles unter einen Hut bekomme. Aber Du weißt es ja schon: Langeweile gab und gibt es bei mir einfach nicht!

Ich wünsche Dir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2020!

Deine

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