Nun sind die Folgen der Coronaviruskrise auch im UK angekommen: alle Läden und Einrichtungen wurden geschlossen, alle Events wurden abgesagt und mein Arbeitgeber hat sich endlich erbarmt, mich und meine Kollegen ins Homeoffice zu schicken. Es wurde auch wirklich langsam Zeit! Es ist erschreckend zu sehen, wie schnell alles passiert ist. Vor einer Woche war ich noch davon überzeugt, dass alles nur Panikmache ist, heute sitze ich selbst in meiner Wohnung fest und muss einsehen, dass ich das Virus unterschätzt habe. 2020 wurde im ersten Quartal komplett abgesagt – und mit dem neuen Jahrzehnt alle geplanten Reisen – vorerst. Ich habe mich darauf eingestellt, dass in den nächsten sechs Monaten nicht besonders viel passieren wird. Für mich ist das sehr hart, da ich praktisch nur arbeiten gehe, um mir Reisen, Abenteuer und Erlebnisse finanzieren zu können – auf alles andere kann ich sehr gut auch verzichten. Doch um nicht in Traurigkeit zu verfallen, sondern die nicht änderbare Situation anzunehmen, habe ich mir acht Strategien ausgedacht, um über die Reisedurststrecke zu kommen. Vielleicht sind diese für Dich als Reisefreak genauso hilfreich?!

1.Reflektieren: was uns die Krise lehrt

Mich hat die Krise bisher vor allem eines gelehrt: Akzeptanz und Loslassen. Für mich ist es immer sehr schlimm, wenn meine Lebensentscheidungen von außen angegriffen oder beschnitten werden. Ich fühle mich nicht nur ohnmächtig, sondern auch nicht mehr Frau meines eigenen Lebens. Zum Glück hat die negative Fremdeinwirkung anderer Menschen und des Staates mit zunehmendem Alter und zugegebenermaßen auch mit steigendem Einkommen nachgelassen und sich auch fast ganz aus meinem Leben verabschiedet. Trotzdem ist es unangenehm und auch gruselig, dass dieses Virus so hart um sich greift und uns alle zu diesen krassen Maßnahmen drängt, von denen ich mir aber sicher bin, dass sie helfen werden. Ich nehme es also an, dass ich jetzt bis wahrscheinlich Oktober 2020 nichts unternehmen kann – und es ist in Ordnung.

Vielleicht tut es auch einfach mal gut, Zeit zu haben für Dinge, die eher weniger Beachtung finden… und daher lasse ich jetzt los. Ich werde schon wieder da ankommen, wo ich hin möchte! Ich möchte immer ehrgeizig und leidenschaftlich bleiben. Leidenschaftlich fürs Reisen und Erleben, ehrgeizig für meine weitere Lebensplanung und der Vision von mir in fünf Jahren. Alles, was ich mir im Leben wünsche, kann ich auch haben! Vorausgesetzt, ich erfülle mir diese Träume selbst. Ich bin nun wieder voll auf meinem Kurs, mit meinem Partner in ein paar Jahren weiter auszuwandern, um vollends sesshaft zu werden. Und mit dieser Planung kann ich nicht früh genug anfangen!

2. Finanzen und Rückerstattungen überprüfen

Bisher wurden zwei von meinen geplanten sieben Reisen schon offiziell von den Airlines und der Unterkunftsplattform storniert – vermutlich werden dies auch nicht die einzigen bleiben. Ich habe mich aufgrund der Unwissenheit, ob bestimmte Unterkünfte nach der Krise überhaupt noch bestehen, für eine Rückerstattung entschieden. Daher habe ich mich in letzter Zeit hauptsächlich mit Finanzangelegenheiten herumgeschlagen, damit ich all meine Erstattungen bekommen kann. Dieses Geld wandert dann aber direkt wieder in den Topf für Reisen im Jahr 2021, denn verschoben heißt bei mir nicht aufgehoben. Doch um auf Nummer sicher zu gehen, werde ich für dieses Jahr keine Reisen mehr planen, auch nicht in der Heimat. Ich verlege alles um ein ganzes Jahr, was meiner Reisekasse und meinen generellen Finanzen schon sehr gut tut, wie ich feststellen muss. Ich habe mir aufgrund der aktuellen Situation einen neuen Finanzplan mit neuen Zielen gemacht, die zugegebenermaßen nun in Anbetracht der Tatsache, dass nicht nur Reisen, sondern auch Veranstaltungen und Treffen in Pubs, Museen usw. abgesagt wurden, leichter zu erreichen sind als vorher. Ich bin zwar enttäuscht, doch gibt mir die Gewissheit, dass die nachzuholenden und die folgenden Reisen und Erlebnisse finanziell schon gesichert sind, einen kleinen Trost.

3. In Erinnerungen an frühere Reisen schwelgen

Was mir durch eine Reisedurststrecke hilft, sind neben Vorfreude auf die nächsten Reisen schlicht und einfach Erinnerungen. In meiner ganzen Wohnung finden sich Reiseandenken, die von Dekoration über Küchenzubehör bis hin zu Büchern, Fotoalben (u.a. mit dem kleinsten Geldschein jedes Landes, in dem ich gereist bin) und gesammelten Eintrittskarten und Zettelchen geht. Mich macht es unendlich glücklich, durch diese Kisten zu stöbern oder einfach stundenlang Fotos durchzuschauen. Ich habe 130 Gigabyte nur mit Bildern meiner Weltreise und da gibt es wirklich stundenlang genug zu tun. Mir hilft es sehr, wenn ich mich an tolle Zeiten erinnere – was sich nicht nur aufs Reisen bezieht. Ich liebe es auch, Bilder aus meinen Zwanzigern durchzusehen. Verrückte Festivals, Parties und Festumzüge in Berlin, meine erste WG… da wird mir immer ganz warm ums Herz! Ursprünglich habe ich immer alles aufbewahrt, um mich im Rentenalter meiner Erfahrungen und Erlebnisse zu freuen, doch kann ich dies auch jetzt schon tun. Ich bin unendlich dankbar für alles, was ich erleben durfte!

4. Frische Deine Bucketlist auf

Jetzt, wo wir die Gelegenheit haben, einfach mal stillzusitzen und innezuhalten, können wir uns auch mal wieder unsere Bucketlist anschauen. Ich gehe meine regelmäßig durch und plane vor allem zum Jahresende immer, was ich im kommenden Jahr umsetzen möchte. Davon ist jetzt erst einmal alles auf Eis gelegt, doch nun habe ich Zeit, mich nach neuen Erlebnissen umzuschauen. Neu auf meiner Bucketlist sind mit den Flamingos in der Karibik (ARUBA?) schwimmen gehen und einmal in den Skiurlaub nach Kanada zu fliegen. Wer bereits alle neuen Wünsche eingetragen hat, der kann durch die Bucketlist auch wunderbar wieder zu Punkt drei übergehen: in Erinnerungen schwelgen. All meine abgehakten Punkte wurden mit dem Jahr und dem Land des Verwirklichens versehen, sodass ich immer direkt weiß, wann was wo passiert ist. Mich nimmt meine Bucketlist immer mit in energetische Erinnerungen, die mich in Ekstase versetzen – aber auch wieder zurück auf den Teppich, denn für die Verwirklichung der offenen Punkte braucht es nicht nur ein dickes finanzielles Polster, sondern auch eiserne Disziplin und eine absolute Leidenschaft fürs Leben. Doch weiß ich eines genau: nicht nur ich, sondern auch Du wirst es schaffen, deine Bucketlist abzuhaken. Dies sind unsere Geschenke für die Ewigkeit!

5. Denke über neue Reiseziele nach

Mit meinem Wunsch, in der Karibik Flamingos am Strand zu treffen, haben sich auch neue Reiseziele eingeschlichen. Neben der Karibik hat sich der Wunsch manifestiert, endlich zum Tribal Gathering nach Panama zu fahren; einem dreiwöchigen Hippiefestival mit Schamanen und Urvölkern rund um den Globus, welches in einer achttägigen Psytrance-Party endet. Ich möchte die Karibikreise unbedingt mit einem Trip durch Florida und einen Abstecher nach Kuba verbinden und daher erschließt sich für mich gerade eine tolle neue Reiseroute, die vor meinem Umzug in die südliche Hemisphäre auch Wirklichkeit wird. Mir gibt es immer einen Adrenalinschub, wenn ich an die neuen Abenteuer denke, die Realität werden könnten. Mich macht es immer sehr glücklich, mir neue Orte anzuschauen und zu recherchieren, denn die Welt mit seinen verschiedenen Ländern, Menschen und Kulturen ist für mich das Größte im Leben!

6. Lerne etwas über unbekannte Länder

Hast Du Dich mal gefragt, wie der Alltag der Menschen in Mauretanien aussieht? Oder welche Feste auf Papua-Neuguinea gefeiert werden? Wie es ist, in Island zu leben oder auf Hawaii? Ich finde es unglaublich spannend, mich damit zu beschäftigen und ich liebe Dokumentationen und Bücher über andere Kulturen, die ich (noch nicht) kenne. Auch schaue ich gerne Reportagen über ausländisches Essen und Besuche auf fernen Bazaren oder den Festen dieser Welt. Es gibt so viele Dokumentationen auf Youtube oder auf Netflix, die interessant sind und Dir ganz viel über andere Länder beibringen können. Warum nicht einfach mal ein bisschen auf der Couch sitzen und etwas Neues lernen?

7. Lerne eine neue Sprache für die nächste Reise

Ich wollte schon immer Spanisch lernen. Stattdessen musste ich Französisch lernen, was ich nie gebraucht habe und inzwischen auch nicht mehr beherrsche. Doch kann ich mir Abhilfe schaffen, indem ich die Zeit, die ich jetzt habe, in Sprachenlernen investiere. Für Spanisch brauche ich dafür nur eine App oder einen gratis Onlinekurs – für meinen zweiten Fremdsprachenwunsch Hindi sieht das schon etwas anders aus. Da die Sprache so schwer ist, ist ein Lehrer unabdingbar. Doch zumindest Wörter kann ich mit Apps lernen, was besser ist als nichts. Vielleicht hast Du ja auch Interesse an einer neuen Sprache? Oder Du willst einfach Dein Englisch auffrischen? Nun hast Du die beste Gelegenheit dazu.

8. Alternativ kannst Du auch einfach sein

Wer sich einfach mal aus dem Alltag ausklinken möchte, der kann sich in der Corona-Isolationszeit auch auf das einfache Chillen berufen. Ausschlafen, gut und gesund essen, lesen, Netflixen, meditieren, zocken und nebenbei mit Freunden Skypen. Wer Lust hat, kann sich mit Dingen beschäftigen, für die nie Zeit waren: Cocktailmixen lernen, ein neues Kuchenrezept ausprobieren, lernen zu sticken oder Malen nach Zahlen. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, sich allein daheim zu beschäftigen. Es ist mir immer ein Rätsel, wie Langeweile überhaupt existieren kann, da es doch so viele Möglichkeiten gibt, sich das Leben schön zu machen. Ich habe jedenfalls immer so viele Sachen, an denen ich Interesse finde, dass ich gar nicht genug Lebenszeit dafür habe. Vielleicht entdeckst Du ja auch etwas ganz Neues, was Dich interessiert?

Deine

Share: