Willkommen zu einem neuen Beitrag meiner Serie „Coronaferien“! Im dritten Teil geht es heute um die Schönheit von Norddeutschland. Hier dreht sich alles um Strände, das Meer, Inseln, das Wattenmeer und wunderschöne Altstädte. Norddeutschland ist weit mehr als Hamburg oder Bremen, denn es gilt wunderschöne Natur zu entdecken; ganz besonders in Mecklenburg-Vorpommern. Das mit Vorurteilen behaftete Meck-Pomm entpuppt sich dabei nicht nur aufgrund seiner Lage zu traumhaften Seen und Stränden als schöner als sein Ruf, es ist auch immer noch wunderbar günstig. Schon als Kind fand ich Norddeutschland immer spannend, da das Leben dort oben so anders ist. Die Leute sind entspannter, begrüßen sich mit „Moin Moin“ und essen Fischbrötchen. Leuchttürme, Wattwürmer und Strandkörbe machten meine Kindheitserinnerungen perfekt! Ich stelle Dir in diesem Artikel nun besondere Orte im Norden vor, die wunderschöne Erinnerungen kreieren werden.

1. Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern

Da 2015 mein letzter Sommer in Deutschland war, wollte ich unbedingt noch ein paar Orte sehen, die noch auf meiner Liste standen. Stralsund war mein erstes Ziel auf der Liste, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es dort aussieht. Und ich muss sagen: ich war echt begeistert! Das 60.000 Einwohner kleine Stralsund kann perfekt zu Fuß erkundet werden und beeindruckt mit einer pittoresken Altstadt, die mit einer reichhaltigen historischen Gebäudevielfalt daherkommt, die ihre Spuren bis in die Backsteingotik hineinverliert. Alte Bürger- und Kaufmannshäuser der Hansezeit wurden seit den 1990er Jahren aufwendig saniert und gepflegt. Allein in der Altstadt sind 500 Häuser denkmalgeschützt. Doch neben den Zeugnissen der Vergangenheit finden sich inzwischen auch neue Wohnhäuser im modernen Stil, mit flachen Dächern und riesigen Fensterfronten. Das Schöne an dem Geflecht aus historischen und modernen Bauten ist, dass diese sich perfekt ergänzen und das Stadtbild eher abrunden als stören.

Das Tor zur Insel Rügen – wie Stralsund auch genannt wird – hat ebenfalls einen wunderschönen Hafen, neben dem sich auch gleich direkt das Meeresmuseum und das Ozeaneum befinden. Das Ozeaneum begeistert mit modernster Ausstattung und schlichtem Design, welches viele Informationen hübsch verpackt und an die Besucher*innen serviert. Ich war schon in einigen Museen, die das Thema Meer behandelt haben, jedoch hat das Ozeaneum hier wirklich den Vogel abgeschossen. Nach einem entspannten Stadtrundgang, einem Museumsbesuch und Entspannung am Hafen empfiehlt es sich, einen Abstecher zur Insel Rügen zu machen, denn diese ist mit einer Fahrt über die nahegelegene Rügenbrücke im nu erreicht!

2. Rügen, Mecklenburg-Vorpommern

Mein zweites Reiseziel im Sommer 2015 war natürlich die Insel Rügen. Hier wollte ich unbedingt in den Jasmund Nationalpark und mir die Kreidefelsen anschauen, die überragend schön waren! Hier kannst Du wunderbar wandern gehen und die Aussicht auf die Kreidefelsen genießen. Für weitere Infos gibt es direkt am Königsstuhl das Nationalpark-Zentrum, welches mit einer Ausstellung und mit Kino daherkommt. Neben den Kreidefelsen ist die Ostsee, die Rügen umgibt, wohl eines der favorisierten Ziele. Die Insel hat zahlreiche, wunderschöne und sanierte Örtchen, die direkt am Meer liegen: Sassnitz, Binz oder auch Thiessow. Hier kannst Du entlang des Meeres flanieren, in schicken Restaurants essen gehen oder einfach nur am Strand liegen. Es ist wunderschön! Auch bietet Rügen schöne Städte im Inland, wie etwa der zentrale Hauptort Bergen. Wer die Insel genießen möchte, kann sich zwei Tage Zeit nehmen, doch kannst Du auch alles an einem Tag sehen, da alles ziemlich nahe beieinanderliegt. Am einfachsten ist die Reise durch Rügen mit dem Auto, denn auf Öffis würde ich mich dort nicht verlassen. Ich habe Rügen als eher wenig bebaut und einsam in Erinnerung, obwohl dort mit 77.000 Menschen mehr Leute heimisch sind, als in Stralsund. Sie verteilen sich nur einfach etwas besser!

3. Usedom, Mecklenburg-Vorpommern

Usedom ist neben Rügen eines der beliebtesten Reiseziele in Norddeutschland. Verständlich, denn auch hier dreht sich alles nur um Erholung und Meer. Hier warten bis zu 42 Kilometer und 70 Meter breiter Sandstrand auf Besucher*innen, der von mehreren hübschen Badeorten aus erkundet werden kann. Touristische Zentren sind hierbei Zinnowitz, Heringsdorf und Ahlbeck. In Ahlbeck habe ich vor zwölf Jahren Wellnessurlaub gemacht und mich hier in einem Wellnesshotel richtig verwöhnen lassen. Von Ahlbeck kannst Du auch super einfach nach Swindemünde radeln, der nächsten Stadt in Polen. Fahrräder kann man sich überall günstig ausleihen, egal bei welchem Wetter. Usedom überzeugt auch mit historisch erhaltenen Bauten wie etwa der Seebrücke in Ahlbeck und zahlreichen Villen, die im Stil der Bäderarchitektur errichtet wurden. Die Sonneninsel, wie Usedom mit seinen fast 2000 Sonnenstunden pro Jahr genannt wird, ist auf jeden Fall einen Besuch wert für all diejenigen, die Erholung und kleine Orte suchen, um zur Ruhe zu kommen. Neben den klassischen Küstenorten kannst Du dies nämlich auch im Inland tun, wo mehrere Campingplätze, Hotels und Pensionen warten.

4. Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern

2015 kam ich mit Freunden zur Mecklenburgischen Seenplatte, um dort mit einem Floß herumzufahren, zu grillen und zu tanzen. Was ich damals erst lernte war, dass sich die Seenlandschaft von Lübeck über Schwerin bis nach Neustrelitz und Eberswalde zieht. Ich war damals in der Nähe von Neustrelitz unterwegs, weil dort die Mietfloße am günstigsten waren. Wer sich den ganzen Tag Zeit nimmt, der wird mit traumhafter Natur belohnt, denn das Wasser ist so glasklar, dass man fast zwei Meter nach unten schauen kann. Du kannst sogar in den kleinen Kanälen schwimmen, weil diese ebenfalls sauber sind – nur die Algen sind etwas höher gewachsen, da das Wasser dort nicht so tief ist. Als ich dort unterwegs war, hatten wir über 30 Grad und dank gut organisierter Anreise hatten wir auch das schönste Grill- und Tanzerlebnis überhaupt. Es waren kaum andere Boote anzutreffen, da sich alles so wunderbar verteilt hat. Wir hatten die unberührte Natur und das stille Wasser also ganz für uns allein! Die bekanntesten Seen sind derweil der Ratzeburger See, der Schweriner See und auch die Müritz. Du kannst hier aber aus insgesamt 1117 natürlichen Seen auswählen und entscheiden, ob du den Tag auf oder neben dem Wasser verbringen willst. Neben der Anmietung von Flößen gibt es auch die Möglichkeit, wandern zu gehen oder Fahrrad zu fahren. Es wird einem ganz bestimmt nie langweilig!

5. Rostock, Mecklenburg-Vorpommern

Die Hansestadt Rostock steht derweil immer noch auf meiner Liste. Auch Rostock ist als norddeutsche Stadt sehr von seiner Lage am Meer und seinem Hafen geprägt. Hier finden sich besonders in der Altstadt zahlreiche Baudenkmäler und Bauten der Backsteingotik, welche auf die Zeit der Hanse zurückgeht. Es gibt darüber hinaus ein gotisches Rathaus, die große St. Marienkirche mitsamt seiner dreischiffigen Basilika, drei mittelalterliche Stadttore, sowie zahlreiche gotische Kaufmannshäuser wie etwa das Hausbaumhaus oder das Kerkhoffhaus. Neben entspanntem Hafenflair und Geschichte wartet Rostock auch mit einem Botanischen Garten, der Rostocker Heide und dem Naherholungsgebiet im Barnstorfer Wald auf. Wer es noch norddeutscher möchte, der kann umliegende Dörfer und Städte besuchen, welche über Fischerhäuser und Leuchttürme verfügen, zum Beispiel Warnemünde.

6. Lübeck, Schleswig-Holstein

Das beschauliche Lübeck ist immer eine Reise wert. Die Hansestadt liegt direkt an der Lübecker Bucht, einer Meeresbucht der Ostsee. Mit rund 217.000 Einwohnern ist Lübeck nach der Landeshauptstadt Kiel die zweitgrößte Stadt Schleswig-Holsteins. Die Hansestadt ist auch als „Stadt der Sieben Türme“ und als „Tor zum Norden“ bekannt, denn zum einen verfügt die Altstadt über sieben Türme der fünf Hauptkirchen, zum anderen wurde hier im Mittelalter die Hanse gegründet. Auch in der Lübecker Altstadt, welche auf einer Insel liegt, finden sich die für den Norden so typischen Gebäude und Kirchen in Backsteingotik, welche allesamt denkmalgeschützt sind. Interessant an der Lübecker Altstadt ist, dass sie 1987 als erste Stadt in Nordeuropa komplett als Weltkulturerbe, also als Flächendenkmal, anerkannt wurde. In Lübeck kann das Gründungsviertel zwischen St. Marien und der Trave erkundet werden, welches eines der ältesten Bebauungsgebiete der Stadt ist. Weitere bekannte Sehenswürdigkeiten sind beispielsweise das Holstentor, welches auf viele deutsche Zwei-Euro-Münzen geprägt ist, das Rathaus und die unzähligen historischen Gassen, in denen es sich zu verlaufen gilt. Den Tag ausklingen lassen kannst Du dann mit dem Lübecker Marzipan, was Du unbedingt probieren solltest!

7. Flensburg, Schleswig-Holstein

In Flensburg war ich vor 13 Jahren und ich war hellauf begeistert! Die letzte Stadt im Norden (wie ich sie immer genannt habe), liegt an der dänischen Grenze und am Ende der Flensburger Förde, welcher der westlichste Punkt der Ostsee ist. Flensburg verfügt natürlich ebenfalls über eine typisch norddeutsche Altstadt in Backsteingotik und einen schönen Strand, an dem es sich zu erholen gilt. Flensburg verfügt über eine lebhafte Theaterszene mit fast einem Dutzend Theatern. Da überrascht es kaum, dass in Flensburg auch viele Filme und Serien gedreht wurden, unter anderem „Der Landarzt“ und „Werner – Beinhart!“. Mich hat es bei meinem Besuch aber eher in die Altstadt und dann auch zum Hafen gezogen, denn dieser ist einfach wunderschön und insbesondere im Sommer ein schöner Treffpunkt zum chillen. Wer aktiv sein möchte, der kann den Flensburger Kapitänsweg bewandern, welcher ein kultureller Rundgang ist, der an verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt vorbeiführt.

8. Cuxhaven, Niedersachsen

Cuxhaven verfügt über eine ganz besondere Sehenswürdigkeit, nämlich über das größte Wattenmeer der Welt. Das Watt gilt als eine der fruchtbarsten Landschaften überhaupt und ist gekennzeichnet durch den stetigen Wechsel von Ebbe und Flut. Bei Wattwanderungen kannst Du die Natur erkunden und schauen, was Du nach der Ebbe so antriffst. Ich erinnere mich noch genau an die vielen riesigen Krebse, die neugierig über das Watt flitzten… Cuxhaven gilt wohl auch wegen dem Wattenmeer als das größte deutsche Seeheilbad. Wahrzeichen der Stadt ist die Kugelbake, welche an der Elbmündung den Übergang von Unter- zur Außenelbe steht und damit die Grenze für die Binnenschifffahrt darstellt. Neben den typischen Backsteinbauten findet sich hier auch ein Leuchtturm, den ich als Kind sehr geliebt habe, doch ungeschlagen ist und bleibt das Wattenmeer, welches in verschiedenen Nationalparks besucht werden kann. Und wer keine Wattwanderungen mehr machen möchte, der kann auch einfach in einem Strandkorb sitzen und die gute Aussicht genießen.

9. Bremen, Bremen

Bei dem Wort „Bremen“ dürften viele Menschen wohl direkt an die Bremer Stadtmusikanten denken, die in der Innenstadt als Figuren zu bewundern sind. Doch Bremen hat noch so viel mehr zu bieten! Neben der traditionellen Altstadt im bekannten Backsteinstil gibt es auch das bekannte mittelalterliche Gängeviertel namens „Schnoor“, welches der älteste Siedlungskern der Altstadt ist. Das nach dem alten Schiffshandwerk benannte Viertel verfügt über zahlreiche Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert, dessen Gänge zwischen den Häusern oft im Zusammenhang mit Berufen oder Gegenständen standen. Wenn ein Bereich beispielsweise Seile herstellte, dann wurde er „Schnoor“ genannt, was ganz simpel Schnur bedeutet. Ein Wahrzeichen der Stadt Bremen ist der Roland, welcher ein bekannter Heerführer war. Er steht auf dem Marktplatz neben dem Rathaus (wo sich übrigens auch die wunderbaren Bremer Stadtmusikanten befinden) als Repräsentant des Kaisers und blickt in Richtung Dom St. Petri. Mir haben bei meinem Besuch vor allem die winzigen Gässchen und auch die Weserpromenade gefallen, wo sich Bars und Restaurants aneinanderreihen. Für einen sommerlichen Wochenendtrip ist die Stadt perfekt!

Deine

Bildquelle: Pixabay

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